Costa Rica XII und XIII – Ein Candle Light Dinner zum Abschied

Einmal mehr sitzen wir an einem Flughafen und haben eine Station auf unserer Reise fast beendet. Es ist das vorletzte Mal und eigentlich ist der anstehende Rückflug nach Los Angeles schon ein Teil des Rückflugs nach Frankfurt. Der morgige Tag in L.A. wird zwar sicher noch einmal sehr nett (auch wegen unseres fahrbaren Untersatzes – dazu aber morgen mehr), aber letztlich ist es ein “stop-over”.

Costa Rica verabschiedete uns mit einer knapp 180 Kilometer langen Fahrt, auf der es beinahe pausenlos regnete – und zwar in karibischen Dimensionen. Dieser Regen ist auch der Grund, warum wir gestern abend nicht mehr berichten konnten, warum wir den gestrigen Tag erneut sehr “faul” zugebracht haben. Denn die andauernden, sintflutartigen Regenfälle haben der Infrastruktur von Puerto Viejo und Umgebung arg zugesetzt: Die Straßen sind in den vier Tagen, die wir jetzt dort waren, fast unpassierbar geworden und die öffentlichen Elektroinstallation gab gestern Abend für 4-5 Stunden den Widerstand gegen die Wassermassen auf und fiel aus.

So kamen wir in den “Genuss” eines eher unfreiwilligen Candle Light Dinners beim “Italiener um die Ecke”, genauer: Im “La Pecora Negra”, das in Cocles eine Institution ist. Chef Ilario verbindet karibische Zutaten mit italienischer Kochkunst und wir aßen wirklich großartige Red Snapper-Filets auf Kartoffelbrei mit einer Tomaten-Oliven-Knoblauch-Basilikum-Souce und Seebrasse-Filets ebenfalls auf Sellerie-Kartoffelbrei mit einer Weißwein-Limonen-Sauce und geschmortem Knoblauch.

Großartige Küche: Red Snapper...

Großartige Küche: Red Snapper...

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

Das Essen war super, der Service an sich auch, aber als es dann an die Rechnung ging, warteten wir geschlagene 60 Minuten… und in dieser Zeit setzte der Regen ein und die Elektrik aus…

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Den Tag hatten wir ebenfalls weitgehend überdacht verbringen müssen, konnten usn aber gegen Mittag einmal nach Puerto Viejo wagen, weil wir zu  Bank mussten. Und außerdem wartete ja noch der Schokoladenladen auf uns. Und dieser Besuch lohnte sich, denn dort aßen wir den besten Muffin auf unserer kompletten Reise: Eine feine Mischung aus Banane und Schokolade – wer hätte gedacht, dass es auch dabei echte Unterschiede gibt.

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Der Laden liegt schräg gegenüber einer Ecke von Puerto Viejo, in der schnelle Geschäfte mit kleinen Tütchen gemacht werden - einer der Umschlagplätze für Drogen in diesem Karibik-Nest (die anderen erkennt man daran, dass in einer Bar ein paar betont gelangweilt und lässig aussehende Typen den ganzen nachmittag lang Domino spielen). Costa Rica hat, wie andere mittelamerikanische Länder auch, damit zu kämpfen, dass die Drogen hier auf dem Landweg von Südamerika in die USA befördert werden. “Abfallprodukt” ist, dass es hier das Zeug sehr günstig gibt – im Hotel hörten wir, der Preis für einen Klumpen Crack liegt bei einem US$. Keine Ahnung, was so was sonst kostet, aber das klingt verdammt günstig.

Diese Beobachtung tropft natürlich etwas Wehmut in den Süßen Cocktail Karibik – aber es ist damit in Costa Rica wie mit vielen anderen Dingen auch: Anstatt es zu verschweigen, sprechen die Ticas und Ticos über das Problem. Und das macht die Leute hier so sympathisch – die Offenheit, mit der man die eigenen Unzulänglichkeiten erkennt und adressiert.

Ein kleines Zwischenfazit also: Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und ein wunderbar grünes, blühendes …und feuchtes… Land kennengelernt, dessen Bewohner umgängliche und freundliche Zeitgenossen sind. Es hat uns Spaß gemacht, hier einen Teil unserer Reise zu verbringen und auch für Costa Rica gilt: Wir sehen uns wieder.

1 comment

  1. Andrea’s avatar

    Wo ist nur die Zeit geblieben? Ich bin sprachlos. Wünsche euch einen wunderbaren letzten Tag in L.A. und vor allem einen angenehmen Rückflug. Bei eurer Art zu reisen ist das ja quasi schon “eingebaut”.

    Wir freuen uns sehr, euch bald wieder “in natura” zu treffen und dann aus erster Hand die Geschichten zu hören, die ihr hier nicht rein geschrieben habt :-)
    Alles Liebe und auf bald! a+m

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