Costa Rica XI – French Cuisine

Der heutige Tag wäre blogtechnisch eigentlich schnell abzuhandeln: Frühstück – abhängen – Dinner – Cocktails – Schlafen. (@Christian: Wenn das mal nicht “nicht inhaltsschwer” ist…)

Aber auch der ruhigste Tag hat doch etwas, über das es sich zu berichten lohnt.

Wir starteten tatsächlich mit einem Frühstück im Hotel und waren gerade in der Unterhaltung mit Diego, dem Manager, als ein Blitz die Szenerie gespenstisch erhellte und in der selben Sekunde ein Donner ertönte, wie wir ihn noch nie gehört haben. Das Gebäude bebte buchstäblich bis in die Grundfesten. Und zwei Minuten später begann es zu regnen, als hätte jemand in einer sehr guten Dusche den Wasserhahn voll aufgedreht… die Welt um uns herum versankt im tropischen Regen.

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Hatten wir zunächst gehofft, dass es nur ein heftiger aber kurzer Schauer werden würde, so sahen wir uns bald enttäuscht. Tatsächlich regnete es mehr oder minder ununterbrochen… wenn auch in wechselnden Quantitäten, von fein-fieselig bis brachial-platschend.

Irgendwann gegen Mittag entschlossn wir uns, einen kurzen Ausflug nach Puerto Viejo zu machen, um einen Geldautomaten zu besuchen und einen örtlichen Schokoladenladen. Letzterer hatte geschlossen, was das Regenwetter auch nicht besser machte.

Auf dem Weg hielten wir allerdings kurz am Restaurant “The Beach Hut”, das wir empfohlen bekommen hatten. Ein freundlicher Typ schaute aus der zur Straße hin offenen Küche heraus, rief: “Hey Guys, how are you doing?” und nannte uns die heutigen Tagesgerichte… damit hatte er uns im Sack und wir kamen früh am Abend zu einem “early dinner” vorbei.

Der nette Typ war Regis Bourdon, ein Franzose, der 12 Jahre lang als Chef auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hat – und zwar nicht auf den Ozeanlinern, sondern auf denen, die man sich für ein paar 10-Tausend Dollars pro Tag mit kompletter Crew mieten kann (wenn’s für die eigene 60-Meter-Yacht noch nicht gereicht hat :) ). Im vorigen Jahr hat er sich mit seiner Freundin ein ruhigeres Plätzchen gesucht und die “Strandhütte” hier in Puerto Viejo aufgemacht, die mit einer spannenden Mischung aus europäischer Küche und karibischen Zutaten aufwartet.

Und während die anderen Läden, die wir am Wegesrand so gesehen hatten, eher etwas angeranzt daher kommen, haben Regis und Claudine ihre Hütte liebevoll eingerichtet, mit kräftigen Holzmöbeln eine Strandatmosphäre geschaffen und mit purer Gastfreundlichkeit ein sehr heimiliges Fleckchen aufgebaut. Wir haben lange mit Regis geschnackt, denn wo man gut zu essen bekommt, fühlt man sich zu Hause.

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Als Gruß aus der Kuche bekamen wir eine frische Bruscetta auf feingeschnittenem und getoastetem Baguette. Danach starteten wir mit einer Knoblauck-Humus-Paste mit frischen Gemüsestiften…

Humus

…und absolute überzeugenden Mussels mariniere in einer Weißweinsahne mit Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie.

Muscheln

Als Tagesgerichte hatte Regis unter anderem eine Marlin-Curry-Suppe auf der Karte. Wir baten ihn, den Marlin als Filet zuzubereiten und er zauberte ein kräftig gegrilltes Stück mit einer leicht scharfen sahnigen Soße aus Calamares, Tomaten, Knoblauch und (vermutlich) Peperoni.

Marlin

Außerdem probierten wir auch hier einen Red Snapper Caribean Style.

Red Snapper Beachhut

Beide Gerichte kamen mit einer Provenzialtomate und einem Ratatouille als Beilage. Letzters war eines der Highlights, weil wir lange über die Süße nachgrübelten, die wir darin entdeckt hatten. Regis gab bereitwillig preis, dass er mit einem Schuss Honig arbeitet (was für eine gute Idee :) ).

Und auch hier mussten wir vor dem Nachtisch wieder dankend die Hände heben – mehr wäre nicht hineingegangen. Aber die Beach Hut hat definitiv zwei Werbeträger gefunden (@Regis: Thanks a lot for that wonderful meal and the nice chat in the evening. We’ll catch up again!).