Neuseeland II – aus dem Tagebuch eines Campers

Die Nacht war erstaunlich.

Um uns herum tobte der Sturm, der Regen trommelte ununterbrochen auf unser Dach, die Palme neben uns bog sich im Wind und klatschte immer wieder gegen unseren Camper und wir beide lasen einen Tess Gerittsen-Krimi. Es wäre zu erwarten gewesen, dass wir kein Auge zumachen. Aber im Gegenteil: Heute morgen erwachten wir ziemlich erholt und eine zwar warme, aber ungeheizte Dusche tat dann das übrige:

Schön macht das sicher nicht... Camper am Morgen.

Schön macht das sicher nicht... Camper am Morgen.

Wir verließen den Campground um 10 Uhr, doch ein kleines Warnsignal an unserem Fahrzeug zwang uns, noch einmal die Anmietestation aufzusuchen. Das Signal erwies sich als unbedeutend (”Das haben die Fords manchmal…”) und so konnten wir Auckland mit einiger Verspätung Richtung Norden verlassen.

Erste Station war Whangaparaoa Halbinsel, auf deren Spitze der Shakespear Regional Park liegt. Unterwegs ließen wir uns von einem Hinweisschild auf frischen Fisch anlocken, das uns nach Gulf Harbour führte, einem etwas generischen Stätdchen, das ganz offensichtlich als Wochenenddomizil und Alterssitz für viele Aucklander geplant wurde. Und obwohl man hätte erwarten können, dass es hier eher anonym zugeht, gab es einen kleinen Markt am Yachthafen, der gut besucht war und auf dem wir uns tatsächlich frischen Snapper für das Abendessen kauften.

Wir stoppten erneut kurz vor dem Einganz zum Regional Park und wandten uns zunächst der Nordküste der Halbinsel zu: Ein kleiner Sandstrand (schwarzer Sand, obwohl man den eigentlich mehr an der Küste zur Tasmanischen See hin findet), an dem sich stimmungsvoll die Wellen brachen.

Einsamer Sandstrand am Shakespear Reginal Park

Einsamer Sandstrand am Shakespear Reginal Park

Anscheinend hatte es sich herumgesprochen, dass an der Südküste anlandiger Wind wehte und so sammelten sich dort immer mehr Kite-Surfer, die ihre Runden drehten (@Tom und Jörg: Hier hat es wirklich unter 10°C und das Wasser ist nicht viel wärmer – ist also nicht so eine Warmduscherveranstaltung wie zum Beispiel in Ägypten :P ).

Kite-Surfer mit Blick auf Auckland

Kite-Surfer mit Blick auf Auckland

Hochbetrieb bei 10° Celsius

Hochbetrieb bei 10° Celsius

Wir fuhren zurück auf die M1, die uns weiter in Richtung Norden bringen sollte. Obschon es ein “Highway” ist, führt die Straße doch in der meisten Zeit einspurig durch wunderbare Landschaften. Im Vergleich zu den anderen Stationen unsere Reise ist Neuseeland ganz anders, was zum Teil daran liegt, dass wir den ganzen Tag über wirklich von A nach B unterwegs sind und die Erlebnisse damit “auf der Straße liegen”. Und Neuseeland ist auch insofern ganz anders, als hinter jeder Kurve ein neuer Blick und eine neue Landschaft wartet. So sind wir heute manchmal einfach mit großen staunenden Augen unterwegs gewesen.

Seitenblick: Der M1-Highway in Richtung Norden

Seitenblick: Der M1-Highway in Richtung Norden

Großartige Rückblicke...

Großartige Rückblicke...

...und spannende Ausblicke.

...und spannende Ausblicke.

Wir übernachten in Whangarei, das vielfach als das Tor zu den Northlands bezeichnet wird. Auf dem Weg hierher hielten wir kurz am kleinen Weingut Ransom, das uns mit seinem “Aushängeschild”, dem 2005er Dark Summit, ein Cuvee vornehmlich aus Cabernet Sauvignon und Carmenere, Cabernet Franc, Merlot und Malbecaus, beglückte.

Hier wuchs unser Wein von heute Abend: Ransom Wineyard in Warkworth

Hier wuchs unser Wein von heute Abend: Ransom Wineyard in Warkworth

Und morgen geht es an die Bay of Islands.

1 comment

  1. Görlich’s avatar

    Weiter so
    Tolle berichte und die Fotos Spitze

Comments are now closed.