Die Heimat hat uns wieder… und obwohl wir uns durch den Sonntag quälten, hat uns der Jetlag dann doch erwischt. Aber vielleicht ist es ja keine schlechte Art des Nach-Hause-Kommens, sich die schlafende Stadt um 4 Uhr Nachts anzuschauen. (@Rudi: Vielleicht sollten wir auch Tomaten sortieren – ist das wie “Schäfchen-zählen” und wird man davon müde??)

Frankfurt, 4 a.m.: the city sleeps - wir nicht.

Frankfurt, 4 a.m.: the city sleeps - wir nicht.

Der Stop-over in Los Angeles hatte noch einmal viel Spaß gemacht und als wir am Samstag Mittag dann in den Flieger stiegen, war da zum ersten Mal seit 8 Wochen keine Spannung, was uns am Ziel erwarten würde, sondern einfach die Freude, nach Hause zu kommen.

Der Flug war kurzweilig und für die Foodies wollen wir natürlich nicht verpassen, die Menufolge noch einmal nachzuzeichnen. Offenbar war das Gejammer über die wenig ansprechende Darbietung des Essens beim letzten Mal angekommen, denn das Essen von Jacques Sorci (Restaurant “2 West” im Ritz Carlton Battery Park, New York) kam deutlich “augenschmackhafter” daher.

Wir starteten mit mariniertem Lachs, gehobeltem Fenchel, Gurke und Joghurt mit Minze…

Rückflug Vorspeise

um im Hauptgang einen gebratenen Seesaibling mit roten Balsamico-Zwiebeln, neuen Kartoffeln, dicken Bohnen und Meerrettichsauce zu genießen.

Rückflug Hauptgang

Als Nachtisch gabe es Madeleines mit Erdbeeren und Schlagsahne…

...aber die hatten leider schon das Zeitliche gesegnet, bevor die Kamera scharf gestellt hatte :)

...aber die hatten leider schon das Zeitliche gesegnet, bevor die Kamera scharf gestellt hatte :)

Der Rückflug war natürlich auch der Abschied von acht Wochen “on the beaten track”, die wir sehr genossen haben. Wir verließen Frankfurt am 15. Juni in östlicher Richtung und landeten gestern aus Westen kommend. Dazwischen liegt die Welt und dazwischen liegen wundervolle Erfahrungen, die wir machen durften, und die uns in den kommenden Tagen, Wochen, Monaten sicher immer wieder beschäftigen werden.

Könnten wir ein Ranking für die Plätze machen, die wir gesehen haben? Ja und Nein. Denn letztlich waren es doch gerade die Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Stationen, die den Reiz unserer Reise ausgemacht haben: So können wir nicht an Japan denken, ohne nicht das chaotische Hong Kong vorher und das fast menschenleere (und eiskalte) Outback im Anschluss mit zu erinnern. Der Grand Canyon ist immer auch verbunden mit dem Blick in die Blue Mountains und wenn wir über Brücken sprechen, werden wir wohl von nun an den Blick von der Harbour Bridge auf das Opernhaus in Sydney im Kopf haben und die Nebelbänke um die Golden Gate. Macau und Las Vegas ließen uns taumelnd zurück, die schroffen Klippen der Coromandel fanden wir in Big Sur wieder und beim Blick auf die Urwaldriesen in Tortuguero erinnerten wir uns an die Kauri-Titanen im Waipoua-Forrest. Wir nutzten fast alle zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel (außer Luftschiffen und U-Booten) und  ”erfuhren” und “erliefen” uns unsere Ziele.

Wir haben uns um die Welt gegessen und damit neben den Bildern im Kopf auch ein “Olfaktorium” der wunderbaren Städte eingesogen, in denen wir waren, und eine Reise des Geschmacks erlebt.

Und wir haben in Euch allen großartige Begleiter auf unseren Wegen gehabt. Es hat uns Freude gemacht, Eure Kommentare und damit Eure Teilnahme an den “Abenteuern auf ausgetretenen Pfaden” zu lesen. Vielen Dank dafür.

Nichts von alledem lässt uns unberührt zurück.

Wir hatten gestern bereits geschrieben, dass der Tag in L.A. eigentlich ein stopp-over auf dem Weg nach Hause ist. Folgerichtigerweise lief der heutige Tag unter dem Stichwort “Pause auf der Heimreise”.

Wir haben die Pause genutzt, um uns in L.A. umzusehen. Und um die Petrolheads gleich zu beruhigen: Dieses Mal waren wir auf zwei Rädern unterwegs und weil wir im Mutterland der Big Twins sind, musste es eine Harley sein. Wir buchten eine Fat Boy und bekamen eine Heritage Softail…

Immerhin haben wir auf diesem Bild doch einen Fat Boy... wenn auch nur AUF der Heritage Softail...

Immerhin haben wir auf diesem Bild doch einen Fat Boy... wenn auch nur AUF der Heritage Softail...

…was uns aber nicht weiter verdross. Verdrießlich war allenfalls, dass direkt vor uns eine Gruppe schwedischer Moppedabhängiger bei Verleih auftauchte und erst einmal 27 Maschinen abholte, was uns eine Wartezeit von 1,5 Stunden bescherte. Es bescherte uns aber auch einen sehr netten Plausch mit zwei Amerikanern, die mit uns warteten und uns gleich auf eine Tour über den Highway 1 einladen wollten…

Diese Erfahrung begleitete uns den Tag über: Immer wieder kamen wir mit Big Twin-Aficionados in’s Gespräch. Es ist doch eine große länderübergreifende (und mittlerweile weitgehend grauhaarige) Gemeinschaft der Biker.

Mit einiger Verpätung und knurrendem Magen (wir hatten das Frühstück zunächst ausfallen lassen) bollerten wir schließlich los. Es ging tatsächlich auf den Highway 1, den wir aber am Sunset Boulvard wieder verlassen wollten.

Glücklicherweise begegnete uns unterwegs eine dieser Gelegenheiten, die man nicht auslassen kann, und wir fielen in die Bay Cities Italian Deli and Bakery in Venice Beach ein.

Italien trifft Amerika im Bay Cities Deli. Nicht im Bild, dafür umso authentischer: das komplett vergilbte Poster von "Italia Copa del Mundo 1982"

Italien trifft Amerika im Bay Cities Deli. Nicht im Bild, dafür umso authentischer: das komplett vergilbte Poster von "Italia Copa del Mundo 1982"

Diese Mischung aus italinieschem Supermarkt, warmer Mittagstischtheke und vor allem frischer Panini-Zubereitung war genau nach unserem Geschmack: voll, wuselig und mit vielen rundlichen Männern hinter der Theke (alter Spruch: “dünnen Köchen traut man nicht”). Man zieht eine Nummer, wartet, bis man aufgerufen wird, hat in der Zwischenzeit (so wie wir) eine sehr nette Unterhaltung mit ebenfalls fotobegeisterten Amerikanern und bestellt dann sein Wunschpanini. Wir lagen mit unserer Wahl (ein Caprese- und ein Tunasalad-Panini mit allem) nicht falsch und genossen alsbald eines der besten belegten Brote, die wir seit langem hatten.

Tunasalad-Panini mit allem - eindeutig über der Maulsperregrenze

Tunasalad-Panini mit allem - eindeutig über der Maulsperregrenze

Damit gestärkt machten wir uns auf die Tour durch die Stadt der Engel und als wir das Motorrad heute abend abstellten, hatten wir fast 80 Meilen auf der Uhr – und die waren nur in der Stadt erfahren. Das mag einen Eindruck geben, wie unglaublich weitläufig dieser Moloch eigentlich ist.

Der Sunset Boulevard schlängelt sich von der Pazifikküste, die wir heute ohne Stau erlebten, bis tief in die Stadt hinein und führt vorbei an den wohl berühmtesten Wohnvierteln: Bel Air und Beverly Hills. Für beide Viertel verkaufen fliegende Händler Straßenkarten, auf denen die Wohnhäuser der Stars eingezeichnet sind. Wir haben uns den Kauf verkniffen und sind statt dessen “blindlings” nach Bel Air hineingefahren.

Von den Häusern sieht man nicht immer etwas, meist sind es die eher abweisenden Toreinfahrten, die man wahrnimmt… und natürlich die Heerscharen mexikanischer Gärtner, die die Anwesen in Schuss halten. Aber man kann dann und wann einen Blick erhaschen und sieht die volle Bandbreite:

Von "Sehr viel Geld trifft sehr viel weniger Geschmack" in Beverly Hills...

Von "Sehr viel Geld trifft sehr viel weniger Geschmack" in Beverly Hills...

...bis zu "es war schon immer etwas teurer, einen guten Geschmack zu haben" (hier in Bel Air). @Tim und die Alfa-Gang: Das ist natürlich ein 8C Compteizione, der da im Hof steht.

...bis zu "es war schon immer etwas teurer, einen guten Geschmack zu haben" (hier in Bel Air). @Tim und die Alfa-Gang: Das ist natürlich ein 8C Compteizione, der da im Hof steht.

Gemeinsam ist den Bauten aber etwas, das uns Mitteleuropäer dann doch erschaudern lässt: Das meiste hier besteht aus Holz, auch wenn es nach Stein aussieht. Denn die Bauweise ist fast immer gleich: tragende Holzkonstruktion mit aufgesetzten Pressspanplatten, die dann verputzt und gestrichen werden. Und dafür werden dann Preise im mittleren Millionenbereich aufgerufen. Glaubt man nicht?

Doch! (Neubau in Bel Air)

Doch! (Neubau in Bel Air)

Dafür ist der Ausblick natürlich schon etwas besonderes – macht aber andererseits auch klar, dass man in L.A. ohne mindestens ein Fahrzeug pro Familienmitglied verratzt ist.

In weiter Ferne so fern - Los Angeles downtown von Bel Air aus gesehen

In weiter Ferne so fern - Los Angeles downtown von Bel Air aus gesehen

Nachdem wir uns in den Hügeln von Bel Air beinahe verfranst hatten und erst nach einer guten halben Stunde wieder zurück auf dem Sunset Boulevard waren, machten wir nach Beverly Hills nur einen kleinen Abstecher (für die Filmfreunde: Seit “Pretty Woman” weiß man ja, dass Bel Air oben und Beverly Hills immer unten liegt :) ).

Durch die Straßemn von Beverly Hills - zwei "Celebrities" auf dem Bock

Durch die Straßen von Beverly Hills - zwei "Celebrities" auf dem Bock

Unser Weg führte uns weiter in Richtung Hollywood, bis wir schließlich zum ersten Mal das Wahrzeichen in der Ferne entdecken konnten…

Noch so 'ne Sehenwürdigkeit: Der Hollywood-Schriftzug ist zwar in einigen Action-Filmen schon zerlegt worden, steht aber in Wirklichkeit immer noch.

Noch so 'ne Sehenwürdigkeit: Der Hollywood-Schriftzug ist zwar in einigen Action-Filmen schon zerlegt worden, steht aber in Wirklichkeit immer noch.

Wir näherten uns aber nicht weiter, sondern machten Halt auf dem Hollywood Boulevard, direkt gegenüber des Kodak Theatres, wo alljährlich die Oskars verliehen werden. Es mag dann eine besonders große Show geben, aber die kleine Freakshow, die hier täglich geboten wird, kann da locker mit. Die gut 400 Meter zwischen Highland Avenue und Madam Toussauts sind bevölkert von Touristen jeder Herkunft und Doppelgängern jeder Qualität. Wir zählten einen Michael Jackson (im Alter von 6 Jahren), jeweils einen Chewbaka, einen Joda und einen Shrek, mindestens drei Captain Jack Sparrows, vier Indiana Jones, einen Elvis und mindestens fünf Marilyn Monroes (von denen eine knapp 70 Jahre alt war). Ach ja, außerdem noch Mikey Mouse, irgendwelche Pokemons, Spidermans und was die Pop-Kultur sonst noch hergibt.

Nur von hinten einigermaßen zu erkennen - Elvis und Marilyn... aber die können sich ja auch nicht mehr wehren.

Nur von hinten einigermaßen zu erkennen - Elvis und Marilyn... aber die können sich ja auch nicht mehr wehren.

Der “Walk of Fame”, die Gallerie der in den Boden eingelassenen Sterne von Schauspielern, Sängern, Entertainern und Wodka-Marken (warum gibt es eigentlich einen Star für “Absolut Vodka”??)), spiegelt den Zustand der Stadt in besonderer Weise: Während die Stars in saubere und intakte Granitplatten eingelassen sind, sind die Platten direkt daneben gesprungen, ausgefranst und zum Teil einfach herausgerissen.

Der Star von Michael Jackson ist eine Pilgerstätte

Der Star von Michael Jackson ist eine Pilgerstätte

Wir unterhielten uns mit einem Harley-Fahrer, neben dessen Maschine wir unsere geparkt hatten. Seine Erkenntnis gibt am besten wieder, wie man sich das Treiben hier vorstellen muss: “You know, I live in this area. And whenever I feel a little depressed, I come here, take a good look and realize where the real freaks are. Makes me feel better immediately.”

Und so verabschiedeten wir uns von der “Kulturindustrie”, vor der uns Adorno doch immer gewarnt hat, und machten uns noch einmal auf den Weg zum Ozean, wo wir zu Abend essen wollten. Wir kamen nicht bis ganz dahin, sondern entdeckten unterwegs die Santa Monica Seafood Company, ebenfalls eine nette Mischung aus Frischfischhalle, Restaurant und italinischem Feinkostladen. Bilder gibt es dieses Mal keine, aber wir aßen zum Abschluss noch einmal sehr gut. Der Start mit einem Garnelen-Cocktail und wunderbar zarten Muscheln glückte und auch bei den Hauptspeisen konnten wir nicht jammern: Klassische Fish and Chips, die beide hervorragend knusprig und geschmacklich absolut top waren, und eine gegrillte Meerbrasse auf Feldsalat mit angeschmortem Pfirsisch.

Und obwohl wir uns für diesen Tag doch einiges vorgenommen hatten (die Getty Villa, einige der Case Study Houses, ein bisschen Shopping, den alten City Center ansehen etc.), sind wir doch nur “gecruised”, haben uns noch einmal die Sonne auf den Pelz brennen lassen und die Stadt so “erfahren”. Und es hat gut getan!

Nun ist unser letzter Abend “on the beaten track” beinahe herum und morgen werden wir definitiv die Heimreise antreten. Zeit für ein Fazit und für den Abschied vom Leben aus dem Koffer bleibt morgen noch, aber eine Erkenntnis steht schon jetzt fest: Die Welt ist klein geworden – und sie ist überwältigend großartig geblieben.

Einmal mehr sitzen wir an einem Flughafen und haben eine Station auf unserer Reise fast beendet. Es ist das vorletzte Mal und eigentlich ist der anstehende Rückflug nach Los Angeles schon ein Teil des Rückflugs nach Frankfurt. Der morgige Tag in L.A. wird zwar sicher noch einmal sehr nett (auch wegen unseres fahrbaren Untersatzes – dazu aber morgen mehr), aber letztlich ist es ein “stop-over”.

Costa Rica verabschiedete uns mit einer knapp 180 Kilometer langen Fahrt, auf der es beinahe pausenlos regnete – und zwar in karibischen Dimensionen. Dieser Regen ist auch der Grund, warum wir gestern abend nicht mehr berichten konnten, warum wir den gestrigen Tag erneut sehr “faul” zugebracht haben. Denn die andauernden, sintflutartigen Regenfälle haben der Infrastruktur von Puerto Viejo und Umgebung arg zugesetzt: Die Straßen sind in den vier Tagen, die wir jetzt dort waren, fast unpassierbar geworden und die öffentlichen Elektroinstallation gab gestern Abend für 4-5 Stunden den Widerstand gegen die Wassermassen auf und fiel aus.

So kamen wir in den “Genuss” eines eher unfreiwilligen Candle Light Dinners beim “Italiener um die Ecke”, genauer: Im “La Pecora Negra”, das in Cocles eine Institution ist. Chef Ilario verbindet karibische Zutaten mit italienischer Kochkunst und wir aßen wirklich großartige Red Snapper-Filets auf Kartoffelbrei mit einer Tomaten-Oliven-Knoblauch-Basilikum-Souce und Seebrasse-Filets ebenfalls auf Sellerie-Kartoffelbrei mit einer Weißwein-Limonen-Sauce und geschmortem Knoblauch.

Großartige Küche: Red Snapper...

Großartige Küche: Red Snapper...

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

Das Essen war super, der Service an sich auch, aber als es dann an die Rechnung ging, warteten wir geschlagene 60 Minuten… und in dieser Zeit setzte der Regen ein und die Elektrik aus…

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Den Tag hatten wir ebenfalls weitgehend überdacht verbringen müssen, konnten usn aber gegen Mittag einmal nach Puerto Viejo wagen, weil wir zu  Bank mussten. Und außerdem wartete ja noch der Schokoladenladen auf uns. Und dieser Besuch lohnte sich, denn dort aßen wir den besten Muffin auf unserer kompletten Reise: Eine feine Mischung aus Banane und Schokolade – wer hätte gedacht, dass es auch dabei echte Unterschiede gibt.

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Der Laden liegt schräg gegenüber einer Ecke von Puerto Viejo, in der schnelle Geschäfte mit kleinen Tütchen gemacht werden - einer der Umschlagplätze für Drogen in diesem Karibik-Nest (die anderen erkennt man daran, dass in einer Bar ein paar betont gelangweilt und lässig aussehende Typen den ganzen nachmittag lang Domino spielen). Costa Rica hat, wie andere mittelamerikanische Länder auch, damit zu kämpfen, dass die Drogen hier auf dem Landweg von Südamerika in die USA befördert werden. “Abfallprodukt” ist, dass es hier das Zeug sehr günstig gibt – im Hotel hörten wir, der Preis für einen Klumpen Crack liegt bei einem US$. Keine Ahnung, was so was sonst kostet, aber das klingt verdammt günstig.

Diese Beobachtung tropft natürlich etwas Wehmut in den Süßen Cocktail Karibik – aber es ist damit in Costa Rica wie mit vielen anderen Dingen auch: Anstatt es zu verschweigen, sprechen die Ticas und Ticos über das Problem. Und das macht die Leute hier so sympathisch – die Offenheit, mit der man die eigenen Unzulänglichkeiten erkennt und adressiert.

Ein kleines Zwischenfazit also: Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und ein wunderbar grünes, blühendes …und feuchtes… Land kennengelernt, dessen Bewohner umgängliche und freundliche Zeitgenossen sind. Es hat uns Spaß gemacht, hier einen Teil unserer Reise zu verbringen und auch für Costa Rica gilt: Wir sehen uns wieder.

Costa Rica XI – French Cuisine

Der heutige Tag wäre blogtechnisch eigentlich schnell abzuhandeln: Frühstück – abhängen – Dinner – Cocktails – Schlafen. (@Christian: Wenn das mal nicht “nicht inhaltsschwer” ist…)

Aber auch der ruhigste Tag hat doch etwas, über das es sich zu berichten lohnt.

Wir starteten tatsächlich mit einem Frühstück im Hotel und waren gerade in der Unterhaltung mit Diego, dem Manager, als ein Blitz die Szenerie gespenstisch erhellte und in der selben Sekunde ein Donner ertönte, wie wir ihn noch nie gehört haben. Das Gebäude bebte buchstäblich bis in die Grundfesten. Und zwei Minuten später begann es zu regnen, als hätte jemand in einer sehr guten Dusche den Wasserhahn voll aufgedreht… die Welt um uns herum versankt im tropischen Regen.

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Hatten wir zunächst gehofft, dass es nur ein heftiger aber kurzer Schauer werden würde, so sahen wir uns bald enttäuscht. Tatsächlich regnete es mehr oder minder ununterbrochen… wenn auch in wechselnden Quantitäten, von fein-fieselig bis brachial-platschend.

Irgendwann gegen Mittag entschlossn wir uns, einen kurzen Ausflug nach Puerto Viejo zu machen, um einen Geldautomaten zu besuchen und einen örtlichen Schokoladenladen. Letzterer hatte geschlossen, was das Regenwetter auch nicht besser machte.

Auf dem Weg hielten wir allerdings kurz am Restaurant “The Beach Hut”, das wir empfohlen bekommen hatten. Ein freundlicher Typ schaute aus der zur Straße hin offenen Küche heraus, rief: “Hey Guys, how are you doing?” und nannte uns die heutigen Tagesgerichte… damit hatte er uns im Sack und wir kamen früh am Abend zu einem “early dinner” vorbei.

Der nette Typ war Regis Bourdon, ein Franzose, der 12 Jahre lang als Chef auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hat – und zwar nicht auf den Ozeanlinern, sondern auf denen, die man sich für ein paar 10-Tausend Dollars pro Tag mit kompletter Crew mieten kann (wenn’s für die eigene 60-Meter-Yacht noch nicht gereicht hat :) ). Im vorigen Jahr hat er sich mit seiner Freundin ein ruhigeres Plätzchen gesucht und die “Strandhütte” hier in Puerto Viejo aufgemacht, die mit einer spannenden Mischung aus europäischer Küche und karibischen Zutaten aufwartet.

Und während die anderen Läden, die wir am Wegesrand so gesehen hatten, eher etwas angeranzt daher kommen, haben Regis und Claudine ihre Hütte liebevoll eingerichtet, mit kräftigen Holzmöbeln eine Strandatmosphäre geschaffen und mit purer Gastfreundlichkeit ein sehr heimiliges Fleckchen aufgebaut. Wir haben lange mit Regis geschnackt, denn wo man gut zu essen bekommt, fühlt man sich zu Hause.

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Als Gruß aus der Kuche bekamen wir eine frische Bruscetta auf feingeschnittenem und getoastetem Baguette. Danach starteten wir mit einer Knoblauck-Humus-Paste mit frischen Gemüsestiften…

Humus

…und absolute überzeugenden Mussels mariniere in einer Weißweinsahne mit Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie.

Muscheln

Als Tagesgerichte hatte Regis unter anderem eine Marlin-Curry-Suppe auf der Karte. Wir baten ihn, den Marlin als Filet zuzubereiten und er zauberte ein kräftig gegrilltes Stück mit einer leicht scharfen sahnigen Soße aus Calamares, Tomaten, Knoblauch und (vermutlich) Peperoni.

Marlin

Außerdem probierten wir auch hier einen Red Snapper Caribean Style.

Red Snapper Beachhut

Beide Gerichte kamen mit einer Provenzialtomate und einem Ratatouille als Beilage. Letzters war eines der Highlights, weil wir lange über die Süße nachgrübelten, die wir darin entdeckt hatten. Regis gab bereitwillig preis, dass er mit einem Schuss Honig arbeitet (was für eine gute Idee :) ).

Und auch hier mussten wir vor dem Nachtisch wieder dankend die Hände heben – mehr wäre nicht hineingegangen. Aber die Beach Hut hat definitiv zwei Werbeträger gefunden (@Regis: Thanks a lot for that wonderful meal and the nice chat in the evening. We’ll catch up again!).

Wie angekündigt: Die nächsten Blogs werden etwas weniger inhaltsschwer, weil wir hier im Le Cameleon ein bisschen abhängen und entspannen.

Wir begannen den Tag mit einem kleinen aber feinen Frühstück im hiesigen Restaurant mit Blick in den wundervollen Garten des Hotels, das übrigens das einzige 5-Sterne-Haus an der kompletten Karibikküste Costa Ricas ist. Anlass genug, dass Staatspräsident Sanchez das Haus im vergangenen Jahr persönlich eröffnete. Im Gespräch erfuhren wir, dass es einige Widerstände gegen den Bau gegeben habe – vornehmlich aus den Reihen der “Alteingesessenen”, was hier im Wesentlichen hängengebliebene Surfer und Hippies sind. Gefürchtet ist, wie immer, der böse Massentourismus, der allerdings mit Häusern, die nur 23 Zimmer haben, wohl kaum hier einfallen wird… aber, wie überall, gefallen Veränderugen eben manchmal grundsätzlich nicht.

Auch hier isst das Auge mit: Aussicht von unserem Frühstückstisch

Auch hier isst das Auge mit: Aussicht von unserem Frühstückstisch

Danach machten wir uns auf den “langen” Fußweg ans Meer (=2 Minuten), um einen ersten Blick auf die Karibik in dieser Ecke zu nehmen. Offenbar begleitet uns der Regen seit Neuseeland beständig, denn aktuell sind hier noch die Schlussausläufer der Regenzeit zu merken, was sich insbesondere an sintflutartigen Güssen gegen Abend zeigt, aber auch am Tag schon mal zu seltsamen Bildern führen kann:

So stellt man sich die Karibik irgendwie nicht vor: Mit regenschirm an der Playa de Colones

So stellt man sich die Karibik irgendwie nicht vor: Mit regenschirm an der Playa de Cocles

Wir nutzten den Regen und unser Auto, um zunächst bis nach Manzanillo zu fahren, das von unserem Hotel knapp 10 Kilometer entfernt liegt und eine wunderbare Bucht bietet. Die Strecke dahin ist als befestigte Straße geführt, doch die aktuelle Regenzeit hat ihr möglichstes getan, um Schlaglöcher auszuwaschen, deren Abbruchkante auch dem Grand Canyon zur Ehre gereichen würde. Wir sind froh, dass wir einen kleinen 4WD-Geländewagen haben – anders kommt man aus diesen Löchern nicht mehr hinaus. Und so braucht man für die 10 Kilometer dann doch fast eine halbe Stunde.

In die andere Richtung liegt Punta Viejo etwa genausoweit entfernt und auch dahin fuhren wir dann noch einmal, um festzustellen, dass es eigentlich nichts zu sehen gibt. Statt dessen war dann doch ein ausgedehnterer Strandaufenthalt angesagt und weil der Himmel ein Einsehen hatte, bekamen wir noch etwas Sonne ab.

So wird schon eher ein Schuh draus: Karibikstrand bei Punta Viejo

So wird schon eher ein Schuh draus: Karibikstrand bei Punta Viejo

So ging der Tag an Strand und Pool herum und heute abend haben wir das angabegemäß “beste Seafood-Restaurant südlich von Limon” angesteuert, das Maxi’s in Manzanillo – eine Website dafür wird man nicht finden, denn der Laden ist eine Strandbude. Aber was da serviert wird, kann sich sehen lassen. Das Maxi’s beschäftigt eigene Fischer, die die Zutaten tagfrisch aus der fischreichen Karibik fangen. Wir aßen einen Red Snapper und einen Lobster, die jeweils Caribean Style zubereitet waren:

Gegrillter Red Snapper mit Gallo Pinto, frittierten Patacones und geschmorten Zwiebeln, Paprika und Knoblauch

Gegrillter Red Snapper mit Gallo Pinto, frittierten Patacones und geschmorten Zwiebeln, Paprika und Knoblauch

Gerillter Lobster mit der gleichen Beilage

Gerillter Lobster mit der gleichen Beilage

Beide Meerebewohner waren perfekt zubereitet, wobei der Snapper noch eine Spur besser schmeckte – und beide Gerichte kamen in einem Umfang daher, dass keine Wünsche offenblieben.

Entspannung kann sehr gut schmecken…

Costa Rica IX – von der Küste zur Küste

Die Nacht begann mit einem harten Gefecht zwischen Sebastian und mehreren Mitbewohnern der Gattung Schultesia lampyridiformis… gemeinhin (und wahrscheinlich falsch) auch als Kakerlaken bezeichnet. Wir hatten schon erwähnt, dass wir mit der Lodge in Tortuguero nicht wirklich zufrieden waren, aber die fünf bis sechs Zentimeter großen Schaben gaben uns dann echt den Rest. Wir kämpften wacker, doch wir verloren und die Jungs zogen sich in irgendwelche Ritzen zurück, von wo aus sie uns sinnbildlich “die Effe” zeigten.

Insofern waren wir froh, als es heute morgen dann daran ging, Tortuguero zu verlassen und mit dem Boot den Rückweg anzutreten. Natürlich muss man relativieren: Der Besuch in Tortuguero hat sich sicher allermal gelohnt. Der Abend mit den Schildkröten war einmalig, die Bootstour und der Walk im Dschungel haben uns viel Spaß gemacht und die Natur noch einmal viel intensiver erlebbar gemacht. Aber die Unterbringung und auch das “Drumherum” waren nicht nach unserem Gusto. Hier spielte sicher eine Rolle, dass wir mit einer Gruppe hier waren und entsprechende Massenabfertigung in angeschranzter Umgebung erlebten. Aber auch das gehört wohl mal dazu.

Nach Boots- und Busfahrt übernahmen wir gegen 13:00 Uhr unseren Mietwagen und machten uns wieder in Richtung Karibik. Während Tortuguero ziemlich im Norden und damit nahe der Grenze zu Nicaragua liegt, sind wir heute abend in Puerto Viejo sehr weit südlich und damit fast schon in Panama angekommen. Die Fahrt war kurzweilig, unter anderem wegen ulkiger Hinweisschilder:

Hier würde man eigentlich noch eine Zeitangabe erwarten: Kreuzende Faultiere können bis zu zwei Stunden Verzögerung verursachen...

Hier würde man eigentlich noch den Heinweis erwarten: Kreuzende Faultiere können bis zu zwei Stunden Verzögerung verursachen...

Wir übernachten im Hotel Le Cameleon, wo wir erst gegen Spätnachmittag ankamen. Der Regen, den wir offenbar doch aus Neuseeland mitgebracht haben, begleitete uns auch heute und so haben wir den angrenzenden Karibikstrand noch nicht angeschaut. Gleichwohl sollen die kommenden drei Tage ein bisschen der Erholung dienen… nach 7 Wochen auf Tour sind wir nun doch ein bisschen erschöpft (@Christian: Ja, poolen ist vielleicht doch mal das richtige…). Insofern ist zu befürchten, dass die Reiseberichte in den nächsten Tagen etwas “dürftiger” ausfallen werden.

Dürftig war auch das Essen in den vergangenen Tagen. Es gab Einheitspampe für den Pauschaltouristen mit jeweils Warteschlangen am Buffet und “landestypischen Spezialitäten” (=Reis mit Bohnen). Deshalb waren wir heute abend um so zufriedener, als wir feststellten, dass unser Hotel auch ein ansehnliches Restaurant beherbergt, das eine gute Küche führt.

Wir starteten mit einer Ceviche mit gemischten Meeresfrüchten – die Marinade war grandios frisch und mit feiner Schärfe. Das Gekräusel obenauf sind übrigens frittierte Orangenschalen.

Ceviche

Bzw. mit einem Tuna-Salad, der mit scharf angerösteten Thunfischscheiben daher kam, die sich sehen lassen konnten.

Tuna Salad

Als Hauptgänge wählten wir eine Meeresbrasse auf Manjok und geschmortem Gemüse…Seabass

…und Riesengarnelen auf Kichererbsenmus und ebenfalls geschmortem Gemüse.

Garnelen

Während die Meerbrasse eine Spur zu trocken geraten war, waren die Garnelen perfekt zubereitet. Und Manjok und Kichererbsen überzeugten auf ganzer Linie.

Den Nachtisch “teilten” wir uns (=Sebastian aß 9/10…): Vanillekuchen mit Schokolade und einem Schlag Vanillesahneeis.

Vanillekuchen

So lässt sich die letzte Woche “on the beaten track” gut an.

Die vergangenen zwei Tage waren ziemlich reiseintensive und so sind wir gestern nicht dazu gekommen, tagesaktuell zu berichten. Deshalb heute ein “Zwei-Tages-Bericht”.

Die Fahrt von San Jose nach Tortuguero begann gestern morgen um 6:20 Uhr, als uns ein größerer Sammelbus im Hotel aufgabelte. Frühstück sollte unterwegs stattfinden, so dass wir mit einem etwas bitteren Kaffee auf die Hand und “puffy eyes” im Bus saßen und darauf warteten, dass alle Hotels in San Jose abgeklappert und alle Touristen an Bord waren. Danach ging es zunächst einmal über die Vulkanberge, die San Jose umgeben, per Highway Richtung Puerto Limon an der Karibikküste.

Der linke (unbekannte) Fluss bringt schwefelhaltiges Sediment aus den Vulkanbergen in die atlantische Tiefebene - der rechte tut das nicht...

Der linke (unbekannte) Fluss bringt schwefelhaltiges Sediment aus den Vulkanbergen in die atlantische Tiefebene - der rechte tut das nicht...

Irgendwo unterwegs im Braulio Carillo Nationalpark, der in der atlantischen Tiefebene liegt, hielten wir dann für das “typische Frühstück”, das eher ein “typisches Touristen-auf-Busreise-halten-abgeschlafft-an-einem-abgelegenen-Ort-und-bekommen-ein-mittelprächtiges-und-nicht-landestypisches-Frühstück-beschweren-sich-aber-nicht-darüber-Frühstück” war. Aber immerhin sorgte es für einige Beruhigung in unseren Mägen, die mit dem oben genannten Kaffee in den Serpentinen durch die Vulkanberge ziemlich beschäftigt waren.

Der nächste Stopp waren die Plantagen von Del Monte hier in Costa Rica: Während Costa Rica bei den Ananas Weltmarktführer ist (und im Augenblick hart daran arbeitet, Anbau, Ernte und Verarbeitung bis 2012 komplett umweltverträglich hinzubekommen), sind wahrscheinlich andere Länder bei den Bananen noch etwas vornedran. Gleichwohl fuhren wir kilometerweit durch die Plantagen, vorbei an 5 bis 6 Meter hohen Sträuchern, an denen die Früchte in blauen Säcken reiften. Im vorangegangenen Satz sind übrigens zwei Fehler: Die Banane ist weder ein Strauch noch eine Frucht, sondern gehört zur Familie der Kräuter und ist “das größte Kraut der Erde” (DAS, nicht DER! :) ).

Transport der geernteten Bananen zur Weiterverarbeitung - die Stauden werden von Hand gezogen.

Transport der geernteten Bananen zur Weiterverarbeitung - die Stauden werden von Hand gezogen.

Die blauen Tüten haben mehrere Gründe: Zum einen sind die Bananen gentechnisch behandelt und die meisten Pflanzen auf der Plantage sind genetisch völlig identisch, weil sie aus einem Setzling gezogen wurden. Insofern verhindern die Säcke, dass durch Insekten oder Vögel eine versehentliche Befruchtung mit anderen Genen stattfindet. Zum anderen enthalten die Säche eine “Schutzatmosphäre”, die die Bananen beim Reifen unterstützen und Schädlinge fernhalten soll. Wir konnten den Verarbeitungsprozess beobachten:

Hier werden die Stauden aufgeteilt...

Hier werden die Stauden aufgeteilt...

...die einzelnen Packen gewogen und sortiert...

...die einzelnen Packen gewogen und sortiert...

...gewaschen (was da alles runtermuss!)...

...gewaschen (was da alles runtermuss!)...

...und verpackt.

...und verpackt.

Die Bilder zeigen nicht genau, was für ein Schmierfilm auf dem großen Becken schlierte, in dem die Bananen gewaschen wurden. Aber Ihr könnt uns glauben: Ab jetzt nur noch Biobananen!

Die letzten Kilometer ging es wieder einmal per Schotterpiste weiter, bis wir in Cano Blanco / San Rafael de Tortuguero das Boot bestiegen, dass uns bis zur Mawamba Lodge bringen sollte, in der wir gestern und heute die Nacht verbringen.

Tiere am Wegesrand: Wasserbüffel...

Tiere am Wegesrand: Wasserbüffel...

... und welche, bei denen Wasserbüffel ganz oben auf dem Speiseplan stünden: Krokodil mit Buckel.

... und welche, bei denen Wasserbüffel ganz oben auf dem Speiseplan stünden: Krokodil mit Buckel.

Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung und so nutzten wir die Zeit, um erst einmal die Karibik zu besuchen. Der Surf bei Tortuguero ist eher sehr stark und das Baden hier nicht ratsam, weil die Unterströmungen einen gut und gerne bis direkt nach Kuba bringen. Aber der Blick auf den schwarzen Strand ist zum Angang ja auch nicht so schlecht…

Für den Montagmorgen-Blues: Karibikstrand bei Tortuguero

Für den Montagmorgen-Blues: Karibikstrand bei Tortuguero

Wir schlenderten die rund 1,5 Kilometer bis nach “Tortuguero City” – ein Nest, das vornehmlich aus drei “Supermärkten” (=Hütten mit Haushaltsartikeln), 30 Souvenirshops (=Hütten mit Nippesangebot), 20 Touranbietern (=Hütten mit Bänken vor der Tür, auf denen sich ein Tourguide langweilt), mindestens ebensovielen “Kneipen” (=Hütten, vor denen sich die Tourguides langweilen, die sich nicht vor den anderen Hütten langweilen) und aus einer Sandstraße besteht, über die man an seltsam verrottetem Bauschrott vorbeispaziert. Bob Marley dudelt hier ziemlich beständig aus allen verfügbaren Lautsprechern und man wird auf der Straße schon mal gefragt, ob man “was zu rauchen” kaufen möchte… Jamaika???

Tortuguero: Hier gibt es Shops mit seltsamen Angeboten...

Tortuguero: Hier gibt es Shops mit seltsamen Angeboten...

...und seltsames ohne Shops dabei.

...und seltsames ohne Shops dabei.

Für den Abend hatten wir eine Teilnahme an einer der Schildkrötentouren gebucht. Tortuguero-Beach ist der wichtigste Nistplatz für die Grünen Meeresschildkröten in der nördlichen Hemisphäre und außerdem ein Strand, an dem 4 von 6 Meeresschildkröten-Arten nisten. Im Augenblick ist “nesting-season” für die Grünen Meeresschildkröten und mit etwas Glück kann man bei einer der Touren ein oder zwei Schildkröten bei der Eiablage beobachten.

Wir hatten Glück.

Um nicht zu sagen: Wir waren fast unverschämt gut dran.

Wir starteten um 20 Uhr in den dunkelsten Anziehsachen, die wir dabei hatten und wanderten rund zwei Kilometer über einen Trampelpfad durch den nächtlichen Dschungel, der parallel zum Strand verläuft und im Abstand von ungefähr 250 Metern jeweils Zugänge zum Strand bietet. Der Grund ist einfach, dass die Tiere nicht durch planlos über den Strand stampedende Touristen vertrieben werden sollen. Statt dessen hat man ein System von Beobachtern eingerichtet, die per Funk die Guides darüber informieren, wo sich gerade Schildkröten an Land befinden. Genau dahin wandert man dann mit seiner Gruppe.

Wir sahen in den zwei Stunden am Strand drei Tiere, die sich auf den Strand schafften, beobachteten zwei Tiere dabei, wie sie die Nistplätze aushoben, waren dabei, während eine ihre Eier legte und das Nest wieder zuschüttete und konnten zwei  Tiere auf dem Weg zurück ins Wasser begleiten. Kameras sind nicht zugelassen, aber die Bilder im Kopf nehmen wir mit nach Hause: Die Last, die die Schildkröten auf sich nehmen, um überhaupt so weit auf den Strand zu kommen, die Mühen, die das Graben der Gelege bedeutet (denn die Tiere buddeln Löcher, die gut die Hälfte größer sind als sie selbst (und das sind 120 Zentimeter und über 100 Kilo!) und ungefähr einen halben Meter tief) und dann wieder der mühsame Weg zurück ins Wasser.

Wir sehen jetzt natürlich nicht, wie die kleinen Schildkröten schlüpfen, aber von den rund 1.000 Eiern, die ein Weibchen pro Nistsaison ablegt, schaffen es nur 2 bis ins Erwachsenenalter. Das gibt einem echt zu denken, vor allem, wenn man überlegt, dass Schildkröten bilogisch gesehen zu den erfolgreichsten Arten überhaupt zählen – schließlich gibt es sie schon fast länger als alle anderen Lebewesen auf der Erde.

Die Nacht in unserer sehr (!) einfachen Lodge war eher unruhig, was nicht zuletzt am Ventilator lag, der die Dezibel einer startenden Propellermaschine entwickelte, aber ganz ohne Kühlung wäre es auch nicht gegangen. Die letzten Tage in den diversen Lodges, die wir hier in Costa Rica gebucht hatten, haben uns gezeigt, dass die Prämisse auf unserer Begrüßungsseite keine Floskel ist: Wir sind keine Rucksacktouristen und wir brauchen (und dazu stehen wir) im Urlaub wenigstens ein kleines bisschen Komfort. So haben wir die Lodge, die eigentlich für die letzten vier Tage Costa Rica geplant war, kurzerhand wieder gecancelt und uns in ein Hotel am gleichen Ort eingemietet. Dahin geht es dann am Sonntag… puh!

Heute starteten wir sehr früh in den Tag. Chris, unser Tourguide, weckte seine Gruppe um 5:15 Uhr mit einem munteren Klopfen an die Türen und nachdem wir vom Sunrise an der Karibik wegen der Wolken nichts gesehen hatten, ging es um 6 Uhr mit der ersten Bootstour in den Urwald los. Wir sahen Tukane, Papageien, alle möglichen anderen Federtiere, Büll-Affen, Spider Monkeys und den Grünen Baselisken, der auch “Jesus-Christ-Lizard” heißt, weil er eben über das Wasser laufen kann.

Heute keine Wunder - der grüne Baselisk in Fotomodell-Pose

Heute keine Wunder - der grüne Baselisk in Fotomodell-Pose

Nachdem wir knapp zwei Stunden unterwegs waren, machten wir uns auf den Rückweg zur Lodge. Und dann kam der Regen…

Wir hatten uns gestern Abend einfache Regencapes gekauft, die für das Wetter genau das richtige waren. Bloß: Wir hatten sie im Zimmer liegen lassen… und kamen dementsprechen einmal durchnass hier an :)

Nach dem Frühstück war die nächste Tour in den Dschungel angesagt: Ein Marsch durch den Regenwald, der dabei seinem Namen wirklich alle Ehre machte - es schüttete sindflutartig. Dieses Mal hatten wir die Capes dabei… somit waren nur die Hosen durchnässt und die T-Shirts vom Kondenswasser… aber egal: Es ist der Regenwald und zu dem gehören Regen, Wassertümpel und 100% Luftfeuchtigkeit einfach dazu.

Neue Art entdeckt: das weird-looking cape-mamal - wir wissen nur, dass es sprechen kann...

Neue Art entdeckt: das weird-looking cape-mamal - wir wissen nur, dass es sprechen kann...

Der Faszination tat das keinen Abbruch, im Gegenteil. Mit offenem Mund liefen wir über den etwas erhöht angelegten Weg, der uns immer tiefer in den Urwald hineinführte. Wir bewegten uns auf der “1. Ebene” des Waldes, den man in vier Ebenen einteilt: Boden, Mittelwald, Wipfel, “über den Wipfeln”. Hier unten spielen sich etwa 15% des Lebens im Regenwald ab, über 60% in den Wipfeln und darüber. Und unten ist der Platz, an dem es um Werden, Vergehen und Verdauen geht…

Im verregntene Regenwald - Ebene "Verdauung"

Im verregntene Regenwald - Ebene "Verdauung"

Nach unserer Rückkehr entschlossen wir uns, den Nachmittag am Pool zu verbringen und unter anderem auch mal wieder mit den Reiseberichten auf den aktuellen Stand zu kommen.

Und gerade kommt Melissa vom hiesigen Frog-Pond wieder und jetzt haben wir auch unser Bild vom Wahrzeichenfrosch Costa Ricas, dem Rotaugen-Baumfrosch.

Fröhlicher Frosch: Der Rotaugenbaumfrosch in Nahaufnahme...

Fröhlicher Frosch: Der Rotaugenbaumfrosch in Nahaufnahme...

...und bei genauer Betrachtung

...und bei genauer Betrachtung

Heute gibt es wieder einmal etwas weniger zu berichten, denn die Hälfte des Tages verbrachten wir in einem Minibus auf dem Weg nach San Jose. Damit ist die Hälfte der Strecke nach Tortuguero abgearbeitet, wo wir morgen auf die Karibik stoßen werden.

Den Morgen verbrachten wir im Hotel, obwohl wir eigentlich überlegt hatten, noch einmal eine Tour auf den Hanging Bridges auch in La Fortuna und damit am Arenal zu machen. Das Wetter ließ sich jedoch schon reichlich unbeständig an, vom Gewitter in der vergangenen Nacht hatten wir schon berichtet, und als wir uns durchgerungen hatten, den Walk auf den Brücken dranzugeben, fing es mit einem Mal an zu schütten… insofern: die richtige Entscheidung.

Wir blieben auf unserem Balkon, lasen und genossen es, im Urwald zu sein. Und als Dankeschön, dass wir so geduldig ausgeharrt hatten, flogen plötzlich 4 oder 5 Tukane an unserem Balkon vorbei.

Der Urwald vor unserer Tür - ein Tukan im Garten

Der Urwald vor unserer Tür - ein Tukan im Garten

Auch wenn wir nun wirklich keine Stadtkinder sind, aber die Begegnungen mit den Bewohnern des Waldes hier sind wirklich faszinierend neu. Gestern auf der Wanderung am Arenal sahen wir uns beispielsweise fast Aug in Aug mit einer Horde Brüllaffen, deren Geräusche sich nach deutlich größeren Affen anhören als die Kollegen dann wirklich sind – so eine Art akustischer Herr Tur Tur, für alle, die sich noch an Jim Knopf erinnern können. Zudem haben wir Weißkopfäffchen gesehen, Schmetterlinge, Kolibris und Sittiche, Squirrels, Insekten in jeder (!) Größe und noch einiges anderes Getier. Die von Melissa so gefürchteten Schlangen allerdings haben sich bisher versteckt… aber das kann ruhig so bleiben.

So verabschiedeten wir uns heute vom Arenal und er verabschiedete sich auch von uns mit einer noblen Geste: Er zog blank – und zeigte uns seine Gipfel-Caldea.

Unerwartet: Der Arenal hat doch eine Spitze...

Unerwartet: Der Arenal hat doch eine Spitze...

...die er uns zum Abschied großzügigerweise dann doch einmal zeigte.

...die er uns zum Abschied großzügigerweise dann doch einmal zeigte.

Und als wir ein Stück gefahren waren, konnten wir zurückblickend sogar die Rauchfahne erkennen, die aus dem noch aktiven Krater C (es gibt A bis D) aufsteigt. Zum Glück haben wir das erst heute gesehen – das hätte die Nacht noch ein bisschen unangenehmer gemacht, dann auch wenn man weiß, dass der Arenal ja nur mäßig aktiv ist, ist so ein Vulkan auf die Dauer dann doch ein ziemlich bedrohlicher Nachbar.

Etwas gibt es doch noch zu vermelden: Spiegel Online hat uns nach erfolgreicher Quizteilnahme einen Titel verliehen. Wir zitieren: “Sehr gut, SPIEGEL ONLINE verleiht Ihnen hiermit den Titel: Reiseweltmeister! Sie sind viel herumgekommen, haben die Welt gesehen – und berühmte Sehenswürdigkeiten erkennen Sie auch dann noch, wenn der Fotograf entschieden zu euphorisch mit seinem Zoom hantiert hat. Herzlichen Glückwunsch zu diesem hervorragenden Ergebnis!”

Was für ein Zufall… :)  

Die Fahrt nach San Jose selbst war nur mäßig interessant, auch wenn wir im Gebirge an einigen Felsstürzen vorbeikamen, bei denen man dann doch die Luft anhält und sich Gedanken über den Zustand der Straße macht. Nach etwas über vier Stunden kamen wir in der Hauptstadt an, wo wir erneut im Grano de Oro übernachten. Und weil es beim letzten Mal so gut war, haben wir heute abend auch wieder hier gegessen.

Morgen geht es weiter nach Tortuguero an den Schildkrötenstrand. Wir hoffen, auch dort Internetzugriff zu haben – aber beständige Blogs über die nächsten zwei Tage können wir nicht versprechen. Wir tun unser Bestes :)

Costa Rica V – Vulkan im Nebel

Der Nebel um die Sehenswürdigkeiten der Welt scheint uns zu verfolgen: Wie schon bei den Blue Mountains oder der Golden Gate, zeigt sich auch der Volcan Arenal … nicht!

Für heute hatten wir uns einige Aktivitäten vorgenommen. Zunächst ging Sebastian alleine auf Tour und wagte sich an das Thema Canopy, vulgo: über eine Rolle auf einem Stahlseil über und durch die Baumwipfel des Dschungels rutschen:

„Ich war mit Ecoglide unterwegs, die einen der neuesten Canopy-Parks hier betreiben: 15 Seile, das längste 430 Meter und zwischendrin einen sogenannten Tarzan-Swing. Es hat Spaß gemacht, aber es ist eher eine Fun-Aktivität, als dass man wirklich etwas vom Dschungel mitbekommt. Dazu sind die Rollen auf dem Stahlseil zu laut und man selbst zu sehr damit beschäftigt, sich einigermaßen gerade zu halten und nicht wie ein Kreisel um die eigene Achse zu wirbeln. Die Hanging Bridges bieten einem für diesen Zweck mehr Ruhe und Nähe.

Gut behelmt: Die Guides beim Canopy

Gut behelmt: Die Guides beim Canopy

Der Tarzan-Swing bedeutet, dass man an ein Seil geklinkt wird, dann ungefähr 8-10 Meter nach unten fällt und dann durchschwingt. Wenn das auch nur irgendetwas gebracht hat, dann die Erkenntnis, dass ein Bungee-Jump wohl niemals zu meinem Erfahrungsschatz gehören wird!“

Durch die Baumwipfel

Durch die Baumwipfel

Zudem sollte man beim Canopy auch nur mit der Hand bremsen, die hinter der Rolle ist, sonst läuft man die nächsten Tage mit einem blauen Zeigefinger herum – aber das ist dann tatsächlich dem eigenen Unvermögen geschuldet :)

Für den Nachmittag war ein Hike am Vulkan selbst angesagt. Wir hatten mit unserem Reiseveranstalter gesprochen, um im Anschluss daran noch eine der heißen Quellen zu besuchen, die es hier aufgrund des immer noch aktiven Arenal gibt – aber sämtliche Veränderungen in bereits festgezurrten Modulen verursachen hier größere Konfusion. Am Ende waren wir froh, dass alles zusammenlief, aber es kostet den Tag über einiges an Schweiß und Überzeugungsarbeit, bis es soweit war.

Der Hike ist eine geführte Tour, die rund 2 Stunden dauert. Man wird zunächst per Bus in den Nordwesten des Vulkans gefahren und erhält dann eine ziemlich akkurate Belehrung über Vulkanismus im Allgemeinen und den Arenal im Besonderen. Der Arenal ist erst seit 1968 wieder aktiv, davor schlief er mehr als 500 Jahre ziemlich friedlich vor sich hin. In 1968 aber gab es mehrere große Eruptionen, die insgesamt vermutlich 88 Menschen töteten und über 45.000 Stück Vieh.

Heute ist Arenal noch so ein bisschen aktiv, lässt sehr zähflüssige Lava ab, wirft Steine (aber nicht weit!) und spukt dann und wann eine Aschewolke. Das alles sieht man, wenn man klare Sicht hat.

Schamhaft verhuellt - Volcan Arenal

Schamhaft verhuellt - Volcan Arenal

Hatten wir aber nicht. Wir waren im Gegenteil sogar schon darüber froh, dass wir auf unserem Walk nicht auch noch vom Regen durchnässt wurden, der den ganzen Tag immer mal wieder vom Himmel fiel.

Der Walk führt auf die erkaltete Lava-Moräne von 1968 und es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur diesen Gesteinsfluss wieder zurückerobert hat. Innerhalb der nur 40 Jahre sind doch wieder Bäume gewachsen, die mittlerweile gut 6 bis 10 Meter Höhe erreichen.

Die Natur erobert sich ihren Raum zueruck: Dabei sind Farne...

Die Natur erobert sich ihren Raum zueruck: Dabei sind Farne...

...und Orchideen nur die kleinsten floralen Bewohner

...und Orchideen nur die kleinsten floralen Bewohner

Arenal ist im Vergleich zu etwa den Vulkanen auf Hawai ein anderes Kaliber: Während die Berge dort auf einem geologischen Hot Spot liegen, der nur 25 Kilometer unter der Erdoberfläche sitzt, liegt Arenal in einem eher kalten Gebiet, wo sich zwar zwei Platten übereinanderschieben, die Ernergie jedoch erst in gut 50 Kilometern Tiefe entsteht. Der Unterschied ist ziemlich deutlich: In Hawai ist die Lava sehr dünnflüssig und rinnt in Strömen die Berge hinunter – beim Arenal sind es eher Gerölllawinen, die aus dem Berg kommen. Wir hörten mehrere Felsbrocken die Hänge des Bergs herunterpoltern… auch wenn man es nicht sieht, ist das doch eine beeindruckende Erfahrung. (Und heute Nacht hatte es hier ein maechtiges Gewitter, bei dem man zunaechst nur den Donner hoerte… was einen schon nervoes macht, wenn man nahe an einem aktiven Vulkan wohnt.)

Direkt am Arenal liegt der schon erwähnte Lagos Arenal, ein Stausee, der nach dem Ausbruch über drei zerstörten Dörfern errichtet wurde und mittlerweile 40 (!) Prozent des Strombedarfs Costa Ricas deckt.

Nasses Grab fuer drei Doerfer und einer der Haupt-Stromlieferanten des Landes: Lagos Arenal

Nasses Grab fuer drei Doerfer und einer der Haupt-Stromlieferanten des Landes: Lagos Arenal

Anschließend ging es in eines der Thermalbäder, die hier zu einem Besuch einladen. Wir gingen in die Ecotermales, die pro Besuchssequenz nur 50 Badegäste zulassen. Das Bad war ein echtes Erlebnis: In 5 kaskadenförmig angelegten Becken kann man das bis zu 40° C heiße Wasser genießen, während man dabei einen richtig guten Cocktail trinkt und sich gepflegt mit anderen Reisenden unterhält. Ein wunderbarer Abschluss für den Tag.

Entspanntes Abhaengen in toller Umgebung: Heisse Quellen in LaFortuna

Entspanntes Abhaengen in toller Umgebung: Heisse Quellen in LaFortuna

Zurück im Hotel machten wir nicht lange herum, sondern aßen noch eine Kleinigkeit hier, denn die Restaurants in La Fortuna hatten uns entweder gestern bereits enttäuscht oder machten auch heute keinen wirklich vielversprechenden Eindruck.

Und morgen geht es zunaechst zurueck nach San Jose.

Heute war ein sehr ruhiger Tag und es gibt kaum etwas zu berichten.

Beim Frühstück hatten wir Besuch von einer Horde Weißkopfäffchen, die doch allzugerne ein bisschen mitgegessen hätten, nach dem Motto: “So wie die Touristen das Frühstücksbuffett demolieren, fällt das doch gar nicht auf, wenn wir noch mitmischen…”

Weiskopfäffchen beim Einbruchsversuch

Weißkopfäffchen beim Einbruchsversuch

Doch die Glasscheibe verhinderte größere Verbrüderungsszenen, obwohl uns eine der Mitarbeiterinnen des Hotels erzählte, dass die Äffchen durchaus so gewitzt sind, die Schiebefenster zu öffnen und sich Essbares aus dem Frühstücksraum zu organisieren – wenn gerade mal keine guckt.

Auf dem Rückzug

Auf dem Rückzug

Danach war die Fahrt nach La Fortuna am Fuß des Arenal-Vulkans angesagt. Die Strecke läuft unter dem Titel “Jeep-Boat-Jeep”, weil man zunächst bis an das Lago Arenal fährt, dann mit einem Boot übesetzt und es dann noch mal knapp 20 Minuten mit dem Auto weitergeht.

Die Fahrt führt zunächst noch einmal in Berge und windet sich das zum Teil steil wieder nach unten. Und eigentlich soll man dabei die wunderbare Natur bestaunen, durch die man unterwegs ist. Wir waren allerdings eher damit beschäftigt, unser Frühstück bei uns zu behalten, denn die komplette Strecke ist eine Schotterpiste voller Schlaglöcher und unser Jeep entpuppte sich als etwas altersschwacher Mitsubishi-Van, was aber unseren Fahrer nicht davonb abhielt, im Rallye-Tempo loszubrausen.

Schotterpiste wohin man schaut: auf dem Land...

Schotterpiste wohin man schaut: auf dem Land...

...und in den Dörfern

...und in den Dörfern

Nach einer guten halben Stunde hatten sich unsere Mägen an das Schaukeln gewöhnt und wir konnten uns der Welt außerhalb auch mit der Kamera nähern.

Blick auf die Ausläufer der Nebelberge

Blick auf die Ausläufer der Nebelberge

Bald schon gab es die ersten Blick auf den Vulkan Arenal zu erhaschen und wir näherten uns dem Lago durch eine wundervolle Landschaft, die in den Bergen zwischen steilen Abhängen und dichtem Dschungel wechselte und sich dann immer mehr in hügelige Weideflächen mit reißenden Bächen veränderte.

Erster Blick auf El Arenal

Erster Blick auf El Arenal

Blick über die weiten Weiden

Blick über die weiten Weiden

Schließlich kamen wir am Lago an, setzten mit dem Boot über und erreichten unser sehr schönes Hotel, das mit eines der am nächstem am Vulkan gelegenen ist.

Boat Trip: eine angenehme Fahrt von 45 Minuten über den Stausee am Arenal

Boat Trip: eine angenehme Fahrt von 45 Minuten über den Stausee am Arenal

Hat was von der Golden Gate Bridge: El Arenal im Nebel

Hat was von der Golden Gate Bridge: El Arenal im Nebel

Den Nachmittag verbrachten wir einigermaßen faul am Pool und betrachteten den Arenal, der sich aber schamhaft in Wolken hüllte. Das heutige Abendessen war ebenfalls kein Foto wert (wieder einer LP-Empfehlung, die sich hier in Costa Rica nicht als das Gelbe vom Ei entpuppen), aber die Zigarre auf dem Balkon unserer Lodge versöhnte wieder.

Und morgen werden wir uns den Vulkan dann mal genauer ansehen.

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