8. Costa Rica

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Einmal mehr sitzen wir an einem Flughafen und haben eine Station auf unserer Reise fast beendet. Es ist das vorletzte Mal und eigentlich ist der anstehende Rückflug nach Los Angeles schon ein Teil des Rückflugs nach Frankfurt. Der morgige Tag in L.A. wird zwar sicher noch einmal sehr nett (auch wegen unseres fahrbaren Untersatzes – dazu aber morgen mehr), aber letztlich ist es ein “stop-over”.

Costa Rica verabschiedete uns mit einer knapp 180 Kilometer langen Fahrt, auf der es beinahe pausenlos regnete – und zwar in karibischen Dimensionen. Dieser Regen ist auch der Grund, warum wir gestern abend nicht mehr berichten konnten, warum wir den gestrigen Tag erneut sehr “faul” zugebracht haben. Denn die andauernden, sintflutartigen Regenfälle haben der Infrastruktur von Puerto Viejo und Umgebung arg zugesetzt: Die Straßen sind in den vier Tagen, die wir jetzt dort waren, fast unpassierbar geworden und die öffentlichen Elektroinstallation gab gestern Abend für 4-5 Stunden den Widerstand gegen die Wassermassen auf und fiel aus.

So kamen wir in den “Genuss” eines eher unfreiwilligen Candle Light Dinners beim “Italiener um die Ecke”, genauer: Im “La Pecora Negra”, das in Cocles eine Institution ist. Chef Ilario verbindet karibische Zutaten mit italienischer Kochkunst und wir aßen wirklich großartige Red Snapper-Filets auf Kartoffelbrei mit einer Tomaten-Oliven-Knoblauch-Basilikum-Souce und Seebrasse-Filets ebenfalls auf Sellerie-Kartoffelbrei mit einer Weißwein-Limonen-Sauce und geschmortem Knoblauch.

Großartige Küche: Red Snapper...

Großartige Küche: Red Snapper...

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

...und Seebrasse "italienisch-karibischer Art"

Das Essen war super, der Service an sich auch, aber als es dann an die Rechnung ging, warteten wir geschlagene 60 Minuten… und in dieser Zeit setzte der Regen ein und die Elektrik aus…

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Unser Hotelzimmer beim Stromausfall

Den Tag hatten wir ebenfalls weitgehend überdacht verbringen müssen, konnten usn aber gegen Mittag einmal nach Puerto Viejo wagen, weil wir zu  Bank mussten. Und außerdem wartete ja noch der Schokoladenladen auf uns. Und dieser Besuch lohnte sich, denn dort aßen wir den besten Muffin auf unserer kompletten Reise: Eine feine Mischung aus Banane und Schokolade – wer hätte gedacht, dass es auch dabei echte Unterschiede gibt.

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Den offiziell besten "On-the-beaten-track"-Muffin gibt's hier

Der Laden liegt schräg gegenüber einer Ecke von Puerto Viejo, in der schnelle Geschäfte mit kleinen Tütchen gemacht werden - einer der Umschlagplätze für Drogen in diesem Karibik-Nest (die anderen erkennt man daran, dass in einer Bar ein paar betont gelangweilt und lässig aussehende Typen den ganzen nachmittag lang Domino spielen). Costa Rica hat, wie andere mittelamerikanische Länder auch, damit zu kämpfen, dass die Drogen hier auf dem Landweg von Südamerika in die USA befördert werden. “Abfallprodukt” ist, dass es hier das Zeug sehr günstig gibt – im Hotel hörten wir, der Preis für einen Klumpen Crack liegt bei einem US$. Keine Ahnung, was so was sonst kostet, aber das klingt verdammt günstig.

Diese Beobachtung tropft natürlich etwas Wehmut in den Süßen Cocktail Karibik – aber es ist damit in Costa Rica wie mit vielen anderen Dingen auch: Anstatt es zu verschweigen, sprechen die Ticas und Ticos über das Problem. Und das macht die Leute hier so sympathisch – die Offenheit, mit der man die eigenen Unzulänglichkeiten erkennt und adressiert.

Ein kleines Zwischenfazit also: Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und ein wunderbar grünes, blühendes …und feuchtes… Land kennengelernt, dessen Bewohner umgängliche und freundliche Zeitgenossen sind. Es hat uns Spaß gemacht, hier einen Teil unserer Reise zu verbringen und auch für Costa Rica gilt: Wir sehen uns wieder.

Costa Rica XI – French Cuisine

Der heutige Tag wäre blogtechnisch eigentlich schnell abzuhandeln: Frühstück – abhängen – Dinner – Cocktails – Schlafen. (@Christian: Wenn das mal nicht “nicht inhaltsschwer” ist…)

Aber auch der ruhigste Tag hat doch etwas, über das es sich zu berichten lohnt.

Wir starteten tatsächlich mit einem Frühstück im Hotel und waren gerade in der Unterhaltung mit Diego, dem Manager, als ein Blitz die Szenerie gespenstisch erhellte und in der selben Sekunde ein Donner ertönte, wie wir ihn noch nie gehört haben. Das Gebäude bebte buchstäblich bis in die Grundfesten. Und zwei Minuten später begann es zu regnen, als hätte jemand in einer sehr guten Dusche den Wasserhahn voll aufgedreht… die Welt um uns herum versankt im tropischen Regen.

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Die welt durch einen Regenschleier - tropischer Wasserguss am Morgen

Hatten wir zunächst gehofft, dass es nur ein heftiger aber kurzer Schauer werden würde, so sahen wir uns bald enttäuscht. Tatsächlich regnete es mehr oder minder ununterbrochen… wenn auch in wechselnden Quantitäten, von fein-fieselig bis brachial-platschend.

Irgendwann gegen Mittag entschlossn wir uns, einen kurzen Ausflug nach Puerto Viejo zu machen, um einen Geldautomaten zu besuchen und einen örtlichen Schokoladenladen. Letzterer hatte geschlossen, was das Regenwetter auch nicht besser machte.

Auf dem Weg hielten wir allerdings kurz am Restaurant “The Beach Hut”, das wir empfohlen bekommen hatten. Ein freundlicher Typ schaute aus der zur Straße hin offenen Küche heraus, rief: “Hey Guys, how are you doing?” und nannte uns die heutigen Tagesgerichte… damit hatte er uns im Sack und wir kamen früh am Abend zu einem “early dinner” vorbei.

Der nette Typ war Regis Bourdon, ein Franzose, der 12 Jahre lang als Chef auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hat – und zwar nicht auf den Ozeanlinern, sondern auf denen, die man sich für ein paar 10-Tausend Dollars pro Tag mit kompletter Crew mieten kann (wenn’s für die eigene 60-Meter-Yacht noch nicht gereicht hat :) ). Im vorigen Jahr hat er sich mit seiner Freundin ein ruhigeres Plätzchen gesucht und die “Strandhütte” hier in Puerto Viejo aufgemacht, die mit einer spannenden Mischung aus europäischer Küche und karibischen Zutaten aufwartet.

Und während die anderen Läden, die wir am Wegesrand so gesehen hatten, eher etwas angeranzt daher kommen, haben Regis und Claudine ihre Hütte liebevoll eingerichtet, mit kräftigen Holzmöbeln eine Strandatmosphäre geschaffen und mit purer Gastfreundlichkeit ein sehr heimiliges Fleckchen aufgebaut. Wir haben lange mit Regis geschnackt, denn wo man gut zu essen bekommt, fühlt man sich zu Hause.

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Regis im Kreise zufriedener Gäste

Als Gruß aus der Kuche bekamen wir eine frische Bruscetta auf feingeschnittenem und getoastetem Baguette. Danach starteten wir mit einer Knoblauck-Humus-Paste mit frischen Gemüsestiften…

Humus

…und absolute überzeugenden Mussels mariniere in einer Weißweinsahne mit Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie.

Muscheln

Als Tagesgerichte hatte Regis unter anderem eine Marlin-Curry-Suppe auf der Karte. Wir baten ihn, den Marlin als Filet zuzubereiten und er zauberte ein kräftig gegrilltes Stück mit einer leicht scharfen sahnigen Soße aus Calamares, Tomaten, Knoblauch und (vermutlich) Peperoni.

Marlin

Außerdem probierten wir auch hier einen Red Snapper Caribean Style.

Red Snapper Beachhut

Beide Gerichte kamen mit einer Provenzialtomate und einem Ratatouille als Beilage. Letzters war eines der Highlights, weil wir lange über die Süße nachgrübelten, die wir darin entdeckt hatten. Regis gab bereitwillig preis, dass er mit einem Schuss Honig arbeitet (was für eine gute Idee :) ).

Und auch hier mussten wir vor dem Nachtisch wieder dankend die Hände heben – mehr wäre nicht hineingegangen. Aber die Beach Hut hat definitiv zwei Werbeträger gefunden (@Regis: Thanks a lot for that wonderful meal and the nice chat in the evening. We’ll catch up again!).

Wie angekündigt: Die nächsten Blogs werden etwas weniger inhaltsschwer, weil wir hier im Le Cameleon ein bisschen abhängen und entspannen.

Wir begannen den Tag mit einem kleinen aber feinen Frühstück im hiesigen Restaurant mit Blick in den wundervollen Garten des Hotels, das übrigens das einzige 5-Sterne-Haus an der kompletten Karibikküste Costa Ricas ist. Anlass genug, dass Staatspräsident Sanchez das Haus im vergangenen Jahr persönlich eröffnete. Im Gespräch erfuhren wir, dass es einige Widerstände gegen den Bau gegeben habe – vornehmlich aus den Reihen der “Alteingesessenen”, was hier im Wesentlichen hängengebliebene Surfer und Hippies sind. Gefürchtet ist, wie immer, der böse Massentourismus, der allerdings mit Häusern, die nur 23 Zimmer haben, wohl kaum hier einfallen wird… aber, wie überall, gefallen Veränderugen eben manchmal grundsätzlich nicht.

Auch hier isst das Auge mit: Aussicht von unserem Frühstückstisch

Auch hier isst das Auge mit: Aussicht von unserem Frühstückstisch

Danach machten wir uns auf den “langen” Fußweg ans Meer (=2 Minuten), um einen ersten Blick auf die Karibik in dieser Ecke zu nehmen. Offenbar begleitet uns der Regen seit Neuseeland beständig, denn aktuell sind hier noch die Schlussausläufer der Regenzeit zu merken, was sich insbesondere an sintflutartigen Güssen gegen Abend zeigt, aber auch am Tag schon mal zu seltsamen Bildern führen kann:

So stellt man sich die Karibik irgendwie nicht vor: Mit regenschirm an der Playa de Colones

So stellt man sich die Karibik irgendwie nicht vor: Mit regenschirm an der Playa de Cocles

Wir nutzten den Regen und unser Auto, um zunächst bis nach Manzanillo zu fahren, das von unserem Hotel knapp 10 Kilometer entfernt liegt und eine wunderbare Bucht bietet. Die Strecke dahin ist als befestigte Straße geführt, doch die aktuelle Regenzeit hat ihr möglichstes getan, um Schlaglöcher auszuwaschen, deren Abbruchkante auch dem Grand Canyon zur Ehre gereichen würde. Wir sind froh, dass wir einen kleinen 4WD-Geländewagen haben – anders kommt man aus diesen Löchern nicht mehr hinaus. Und so braucht man für die 10 Kilometer dann doch fast eine halbe Stunde.

In die andere Richtung liegt Punta Viejo etwa genausoweit entfernt und auch dahin fuhren wir dann noch einmal, um festzustellen, dass es eigentlich nichts zu sehen gibt. Statt dessen war dann doch ein ausgedehnterer Strandaufenthalt angesagt und weil der Himmel ein Einsehen hatte, bekamen wir noch etwas Sonne ab.

So wird schon eher ein Schuh draus: Karibikstrand bei Punta Viejo

So wird schon eher ein Schuh draus: Karibikstrand bei Punta Viejo

So ging der Tag an Strand und Pool herum und heute abend haben wir das angabegemäß “beste Seafood-Restaurant südlich von Limon” angesteuert, das Maxi’s in Manzanillo – eine Website dafür wird man nicht finden, denn der Laden ist eine Strandbude. Aber was da serviert wird, kann sich sehen lassen. Das Maxi’s beschäftigt eigene Fischer, die die Zutaten tagfrisch aus der fischreichen Karibik fangen. Wir aßen einen Red Snapper und einen Lobster, die jeweils Caribean Style zubereitet waren:

Gegrillter Red Snapper mit Gallo Pinto, frittierten Patacones und geschmorten Zwiebeln, Paprika und Knoblauch

Gegrillter Red Snapper mit Gallo Pinto, frittierten Patacones und geschmorten Zwiebeln, Paprika und Knoblauch

Gerillter Lobster mit der gleichen Beilage

Gerillter Lobster mit der gleichen Beilage

Beide Meerebewohner waren perfekt zubereitet, wobei der Snapper noch eine Spur besser schmeckte – und beide Gerichte kamen in einem Umfang daher, dass keine Wünsche offenblieben.

Entspannung kann sehr gut schmecken…

Costa Rica IX – von der Küste zur Küste

Die Nacht begann mit einem harten Gefecht zwischen Sebastian und mehreren Mitbewohnern der Gattung Schultesia lampyridiformis… gemeinhin (und wahrscheinlich falsch) auch als Kakerlaken bezeichnet. Wir hatten schon erwähnt, dass wir mit der Lodge in Tortuguero nicht wirklich zufrieden waren, aber die fünf bis sechs Zentimeter großen Schaben gaben uns dann echt den Rest. Wir kämpften wacker, doch wir verloren und die Jungs zogen sich in irgendwelche Ritzen zurück, von wo aus sie uns sinnbildlich “die Effe” zeigten.

Insofern waren wir froh, als es heute morgen dann daran ging, Tortuguero zu verlassen und mit dem Boot den Rückweg anzutreten. Natürlich muss man relativieren: Der Besuch in Tortuguero hat sich sicher allermal gelohnt. Der Abend mit den Schildkröten war einmalig, die Bootstour und der Walk im Dschungel haben uns viel Spaß gemacht und die Natur noch einmal viel intensiver erlebbar gemacht. Aber die Unterbringung und auch das “Drumherum” waren nicht nach unserem Gusto. Hier spielte sicher eine Rolle, dass wir mit einer Gruppe hier waren und entsprechende Massenabfertigung in angeschranzter Umgebung erlebten. Aber auch das gehört wohl mal dazu.

Nach Boots- und Busfahrt übernahmen wir gegen 13:00 Uhr unseren Mietwagen und machten uns wieder in Richtung Karibik. Während Tortuguero ziemlich im Norden und damit nahe der Grenze zu Nicaragua liegt, sind wir heute abend in Puerto Viejo sehr weit südlich und damit fast schon in Panama angekommen. Die Fahrt war kurzweilig, unter anderem wegen ulkiger Hinweisschilder:

Hier würde man eigentlich noch eine Zeitangabe erwarten: Kreuzende Faultiere können bis zu zwei Stunden Verzögerung verursachen...

Hier würde man eigentlich noch den Heinweis erwarten: Kreuzende Faultiere können bis zu zwei Stunden Verzögerung verursachen...

Wir übernachten im Hotel Le Cameleon, wo wir erst gegen Spätnachmittag ankamen. Der Regen, den wir offenbar doch aus Neuseeland mitgebracht haben, begleitete uns auch heute und so haben wir den angrenzenden Karibikstrand noch nicht angeschaut. Gleichwohl sollen die kommenden drei Tage ein bisschen der Erholung dienen… nach 7 Wochen auf Tour sind wir nun doch ein bisschen erschöpft (@Christian: Ja, poolen ist vielleicht doch mal das richtige…). Insofern ist zu befürchten, dass die Reiseberichte in den nächsten Tagen etwas “dürftiger” ausfallen werden.

Dürftig war auch das Essen in den vergangenen Tagen. Es gab Einheitspampe für den Pauschaltouristen mit jeweils Warteschlangen am Buffet und “landestypischen Spezialitäten” (=Reis mit Bohnen). Deshalb waren wir heute abend um so zufriedener, als wir feststellten, dass unser Hotel auch ein ansehnliches Restaurant beherbergt, das eine gute Küche führt.

Wir starteten mit einer Ceviche mit gemischten Meeresfrüchten – die Marinade war grandios frisch und mit feiner Schärfe. Das Gekräusel obenauf sind übrigens frittierte Orangenschalen.

Ceviche

Bzw. mit einem Tuna-Salad, der mit scharf angerösteten Thunfischscheiben daher kam, die sich sehen lassen konnten.

Tuna Salad

Als Hauptgänge wählten wir eine Meeresbrasse auf Manjok und geschmortem Gemüse…Seabass

…und Riesengarnelen auf Kichererbsenmus und ebenfalls geschmortem Gemüse.

Garnelen

Während die Meerbrasse eine Spur zu trocken geraten war, waren die Garnelen perfekt zubereitet. Und Manjok und Kichererbsen überzeugten auf ganzer Linie.

Den Nachtisch “teilten” wir uns (=Sebastian aß 9/10…): Vanillekuchen mit Schokolade und einem Schlag Vanillesahneeis.

Vanillekuchen

So lässt sich die letzte Woche “on the beaten track” gut an.

Die vergangenen zwei Tage waren ziemlich reiseintensive und so sind wir gestern nicht dazu gekommen, tagesaktuell zu berichten. Deshalb heute ein “Zwei-Tages-Bericht”.

Die Fahrt von San Jose nach Tortuguero begann gestern morgen um 6:20 Uhr, als uns ein größerer Sammelbus im Hotel aufgabelte. Frühstück sollte unterwegs stattfinden, so dass wir mit einem etwas bitteren Kaffee auf die Hand und “puffy eyes” im Bus saßen und darauf warteten, dass alle Hotels in San Jose abgeklappert und alle Touristen an Bord waren. Danach ging es zunächst einmal über die Vulkanberge, die San Jose umgeben, per Highway Richtung Puerto Limon an der Karibikküste.

Der linke (unbekannte) Fluss bringt schwefelhaltiges Sediment aus den Vulkanbergen in die atlantische Tiefebene - der rechte tut das nicht...

Der linke (unbekannte) Fluss bringt schwefelhaltiges Sediment aus den Vulkanbergen in die atlantische Tiefebene - der rechte tut das nicht...

Irgendwo unterwegs im Braulio Carillo Nationalpark, der in der atlantischen Tiefebene liegt, hielten wir dann für das “typische Frühstück”, das eher ein “typisches Touristen-auf-Busreise-halten-abgeschlafft-an-einem-abgelegenen-Ort-und-bekommen-ein-mittelprächtiges-und-nicht-landestypisches-Frühstück-beschweren-sich-aber-nicht-darüber-Frühstück” war. Aber immerhin sorgte es für einige Beruhigung in unseren Mägen, die mit dem oben genannten Kaffee in den Serpentinen durch die Vulkanberge ziemlich beschäftigt waren.

Der nächste Stopp waren die Plantagen von Del Monte hier in Costa Rica: Während Costa Rica bei den Ananas Weltmarktführer ist (und im Augenblick hart daran arbeitet, Anbau, Ernte und Verarbeitung bis 2012 komplett umweltverträglich hinzubekommen), sind wahrscheinlich andere Länder bei den Bananen noch etwas vornedran. Gleichwohl fuhren wir kilometerweit durch die Plantagen, vorbei an 5 bis 6 Meter hohen Sträuchern, an denen die Früchte in blauen Säcken reiften. Im vorangegangenen Satz sind übrigens zwei Fehler: Die Banane ist weder ein Strauch noch eine Frucht, sondern gehört zur Familie der Kräuter und ist “das größte Kraut der Erde” (DAS, nicht DER! :) ).

Transport der geernteten Bananen zur Weiterverarbeitung - die Stauden werden von Hand gezogen.

Transport der geernteten Bananen zur Weiterverarbeitung - die Stauden werden von Hand gezogen.

Die blauen Tüten haben mehrere Gründe: Zum einen sind die Bananen gentechnisch behandelt und die meisten Pflanzen auf der Plantage sind genetisch völlig identisch, weil sie aus einem Setzling gezogen wurden. Insofern verhindern die Säcke, dass durch Insekten oder Vögel eine versehentliche Befruchtung mit anderen Genen stattfindet. Zum anderen enthalten die Säche eine “Schutzatmosphäre”, die die Bananen beim Reifen unterstützen und Schädlinge fernhalten soll. Wir konnten den Verarbeitungsprozess beobachten:

Hier werden die Stauden aufgeteilt...

Hier werden die Stauden aufgeteilt...

...die einzelnen Packen gewogen und sortiert...

...die einzelnen Packen gewogen und sortiert...

...gewaschen (was da alles runtermuss!)...

...gewaschen (was da alles runtermuss!)...

...und verpackt.

...und verpackt.

Die Bilder zeigen nicht genau, was für ein Schmierfilm auf dem großen Becken schlierte, in dem die Bananen gewaschen wurden. Aber Ihr könnt uns glauben: Ab jetzt nur noch Biobananen!

Die letzten Kilometer ging es wieder einmal per Schotterpiste weiter, bis wir in Cano Blanco / San Rafael de Tortuguero das Boot bestiegen, dass uns bis zur Mawamba Lodge bringen sollte, in der wir gestern und heute die Nacht verbringen.

Tiere am Wegesrand: Wasserbüffel...

Tiere am Wegesrand: Wasserbüffel...

... und welche, bei denen Wasserbüffel ganz oben auf dem Speiseplan stünden: Krokodil mit Buckel.

... und welche, bei denen Wasserbüffel ganz oben auf dem Speiseplan stünden: Krokodil mit Buckel.

Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung und so nutzten wir die Zeit, um erst einmal die Karibik zu besuchen. Der Surf bei Tortuguero ist eher sehr stark und das Baden hier nicht ratsam, weil die Unterströmungen einen gut und gerne bis direkt nach Kuba bringen. Aber der Blick auf den schwarzen Strand ist zum Angang ja auch nicht so schlecht…

Für den Montagmorgen-Blues: Karibikstrand bei Tortuguero

Für den Montagmorgen-Blues: Karibikstrand bei Tortuguero

Wir schlenderten die rund 1,5 Kilometer bis nach “Tortuguero City” – ein Nest, das vornehmlich aus drei “Supermärkten” (=Hütten mit Haushaltsartikeln), 30 Souvenirshops (=Hütten mit Nippesangebot), 20 Touranbietern (=Hütten mit Bänken vor der Tür, auf denen sich ein Tourguide langweilt), mindestens ebensovielen “Kneipen” (=Hütten, vor denen sich die Tourguides langweilen, die sich nicht vor den anderen Hütten langweilen) und aus einer Sandstraße besteht, über die man an seltsam verrottetem Bauschrott vorbeispaziert. Bob Marley dudelt hier ziemlich beständig aus allen verfügbaren Lautsprechern und man wird auf der Straße schon mal gefragt, ob man “was zu rauchen” kaufen möchte… Jamaika???

Tortuguero: Hier gibt es Shops mit seltsamen Angeboten...

Tortuguero: Hier gibt es Shops mit seltsamen Angeboten...

...und seltsames ohne Shops dabei.

...und seltsames ohne Shops dabei.

Für den Abend hatten wir eine Teilnahme an einer der Schildkrötentouren gebucht. Tortuguero-Beach ist der wichtigste Nistplatz für die Grünen Meeresschildkröten in der nördlichen Hemisphäre und außerdem ein Strand, an dem 4 von 6 Meeresschildkröten-Arten nisten. Im Augenblick ist “nesting-season” für die Grünen Meeresschildkröten und mit etwas Glück kann man bei einer der Touren ein oder zwei Schildkröten bei der Eiablage beobachten.

Wir hatten Glück.

Um nicht zu sagen: Wir waren fast unverschämt gut dran.

Wir starteten um 20 Uhr in den dunkelsten Anziehsachen, die wir dabei hatten und wanderten rund zwei Kilometer über einen Trampelpfad durch den nächtlichen Dschungel, der parallel zum Strand verläuft und im Abstand von ungefähr 250 Metern jeweils Zugänge zum Strand bietet. Der Grund ist einfach, dass die Tiere nicht durch planlos über den Strand stampedende Touristen vertrieben werden sollen. Statt dessen hat man ein System von Beobachtern eingerichtet, die per Funk die Guides darüber informieren, wo sich gerade Schildkröten an Land befinden. Genau dahin wandert man dann mit seiner Gruppe.

Wir sahen in den zwei Stunden am Strand drei Tiere, die sich auf den Strand schafften, beobachteten zwei Tiere dabei, wie sie die Nistplätze aushoben, waren dabei, während eine ihre Eier legte und das Nest wieder zuschüttete und konnten zwei  Tiere auf dem Weg zurück ins Wasser begleiten. Kameras sind nicht zugelassen, aber die Bilder im Kopf nehmen wir mit nach Hause: Die Last, die die Schildkröten auf sich nehmen, um überhaupt so weit auf den Strand zu kommen, die Mühen, die das Graben der Gelege bedeutet (denn die Tiere buddeln Löcher, die gut die Hälfte größer sind als sie selbst (und das sind 120 Zentimeter und über 100 Kilo!) und ungefähr einen halben Meter tief) und dann wieder der mühsame Weg zurück ins Wasser.

Wir sehen jetzt natürlich nicht, wie die kleinen Schildkröten schlüpfen, aber von den rund 1.000 Eiern, die ein Weibchen pro Nistsaison ablegt, schaffen es nur 2 bis ins Erwachsenenalter. Das gibt einem echt zu denken, vor allem, wenn man überlegt, dass Schildkröten bilogisch gesehen zu den erfolgreichsten Arten überhaupt zählen – schließlich gibt es sie schon fast länger als alle anderen Lebewesen auf der Erde.

Die Nacht in unserer sehr (!) einfachen Lodge war eher unruhig, was nicht zuletzt am Ventilator lag, der die Dezibel einer startenden Propellermaschine entwickelte, aber ganz ohne Kühlung wäre es auch nicht gegangen. Die letzten Tage in den diversen Lodges, die wir hier in Costa Rica gebucht hatten, haben uns gezeigt, dass die Prämisse auf unserer Begrüßungsseite keine Floskel ist: Wir sind keine Rucksacktouristen und wir brauchen (und dazu stehen wir) im Urlaub wenigstens ein kleines bisschen Komfort. So haben wir die Lodge, die eigentlich für die letzten vier Tage Costa Rica geplant war, kurzerhand wieder gecancelt und uns in ein Hotel am gleichen Ort eingemietet. Dahin geht es dann am Sonntag… puh!

Heute starteten wir sehr früh in den Tag. Chris, unser Tourguide, weckte seine Gruppe um 5:15 Uhr mit einem munteren Klopfen an die Türen und nachdem wir vom Sunrise an der Karibik wegen der Wolken nichts gesehen hatten, ging es um 6 Uhr mit der ersten Bootstour in den Urwald los. Wir sahen Tukane, Papageien, alle möglichen anderen Federtiere, Büll-Affen, Spider Monkeys und den Grünen Baselisken, der auch “Jesus-Christ-Lizard” heißt, weil er eben über das Wasser laufen kann.

Heute keine Wunder - der grüne Baselisk in Fotomodell-Pose

Heute keine Wunder - der grüne Baselisk in Fotomodell-Pose

Nachdem wir knapp zwei Stunden unterwegs waren, machten wir uns auf den Rückweg zur Lodge. Und dann kam der Regen…

Wir hatten uns gestern Abend einfache Regencapes gekauft, die für das Wetter genau das richtige waren. Bloß: Wir hatten sie im Zimmer liegen lassen… und kamen dementsprechen einmal durchnass hier an :)

Nach dem Frühstück war die nächste Tour in den Dschungel angesagt: Ein Marsch durch den Regenwald, der dabei seinem Namen wirklich alle Ehre machte - es schüttete sindflutartig. Dieses Mal hatten wir die Capes dabei… somit waren nur die Hosen durchnässt und die T-Shirts vom Kondenswasser… aber egal: Es ist der Regenwald und zu dem gehören Regen, Wassertümpel und 100% Luftfeuchtigkeit einfach dazu.

Neue Art entdeckt: das weird-looking cape-mamal - wir wissen nur, dass es sprechen kann...

Neue Art entdeckt: das weird-looking cape-mamal - wir wissen nur, dass es sprechen kann...

Der Faszination tat das keinen Abbruch, im Gegenteil. Mit offenem Mund liefen wir über den etwas erhöht angelegten Weg, der uns immer tiefer in den Urwald hineinführte. Wir bewegten uns auf der “1. Ebene” des Waldes, den man in vier Ebenen einteilt: Boden, Mittelwald, Wipfel, “über den Wipfeln”. Hier unten spielen sich etwa 15% des Lebens im Regenwald ab, über 60% in den Wipfeln und darüber. Und unten ist der Platz, an dem es um Werden, Vergehen und Verdauen geht…

Im verregntene Regenwald - Ebene "Verdauung"

Im verregntene Regenwald - Ebene "Verdauung"

Nach unserer Rückkehr entschlossen wir uns, den Nachmittag am Pool zu verbringen und unter anderem auch mal wieder mit den Reiseberichten auf den aktuellen Stand zu kommen.

Und gerade kommt Melissa vom hiesigen Frog-Pond wieder und jetzt haben wir auch unser Bild vom Wahrzeichenfrosch Costa Ricas, dem Rotaugen-Baumfrosch.

Fröhlicher Frosch: Der Rotaugenbaumfrosch in Nahaufnahme...

Fröhlicher Frosch: Der Rotaugenbaumfrosch in Nahaufnahme...

...und bei genauer Betrachtung

...und bei genauer Betrachtung

Heute gibt es wieder einmal etwas weniger zu berichten, denn die Hälfte des Tages verbrachten wir in einem Minibus auf dem Weg nach San Jose. Damit ist die Hälfte der Strecke nach Tortuguero abgearbeitet, wo wir morgen auf die Karibik stoßen werden.

Den Morgen verbrachten wir im Hotel, obwohl wir eigentlich überlegt hatten, noch einmal eine Tour auf den Hanging Bridges auch in La Fortuna und damit am Arenal zu machen. Das Wetter ließ sich jedoch schon reichlich unbeständig an, vom Gewitter in der vergangenen Nacht hatten wir schon berichtet, und als wir uns durchgerungen hatten, den Walk auf den Brücken dranzugeben, fing es mit einem Mal an zu schütten… insofern: die richtige Entscheidung.

Wir blieben auf unserem Balkon, lasen und genossen es, im Urwald zu sein. Und als Dankeschön, dass wir so geduldig ausgeharrt hatten, flogen plötzlich 4 oder 5 Tukane an unserem Balkon vorbei.

Der Urwald vor unserer Tür - ein Tukan im Garten

Der Urwald vor unserer Tür - ein Tukan im Garten

Auch wenn wir nun wirklich keine Stadtkinder sind, aber die Begegnungen mit den Bewohnern des Waldes hier sind wirklich faszinierend neu. Gestern auf der Wanderung am Arenal sahen wir uns beispielsweise fast Aug in Aug mit einer Horde Brüllaffen, deren Geräusche sich nach deutlich größeren Affen anhören als die Kollegen dann wirklich sind – so eine Art akustischer Herr Tur Tur, für alle, die sich noch an Jim Knopf erinnern können. Zudem haben wir Weißkopfäffchen gesehen, Schmetterlinge, Kolibris und Sittiche, Squirrels, Insekten in jeder (!) Größe und noch einiges anderes Getier. Die von Melissa so gefürchteten Schlangen allerdings haben sich bisher versteckt… aber das kann ruhig so bleiben.

So verabschiedeten wir uns heute vom Arenal und er verabschiedete sich auch von uns mit einer noblen Geste: Er zog blank – und zeigte uns seine Gipfel-Caldea.

Unerwartet: Der Arenal hat doch eine Spitze...

Unerwartet: Der Arenal hat doch eine Spitze...

...die er uns zum Abschied großzügigerweise dann doch einmal zeigte.

...die er uns zum Abschied großzügigerweise dann doch einmal zeigte.

Und als wir ein Stück gefahren waren, konnten wir zurückblickend sogar die Rauchfahne erkennen, die aus dem noch aktiven Krater C (es gibt A bis D) aufsteigt. Zum Glück haben wir das erst heute gesehen – das hätte die Nacht noch ein bisschen unangenehmer gemacht, dann auch wenn man weiß, dass der Arenal ja nur mäßig aktiv ist, ist so ein Vulkan auf die Dauer dann doch ein ziemlich bedrohlicher Nachbar.

Etwas gibt es doch noch zu vermelden: Spiegel Online hat uns nach erfolgreicher Quizteilnahme einen Titel verliehen. Wir zitieren: “Sehr gut, SPIEGEL ONLINE verleiht Ihnen hiermit den Titel: Reiseweltmeister! Sie sind viel herumgekommen, haben die Welt gesehen – und berühmte Sehenswürdigkeiten erkennen Sie auch dann noch, wenn der Fotograf entschieden zu euphorisch mit seinem Zoom hantiert hat. Herzlichen Glückwunsch zu diesem hervorragenden Ergebnis!”

Was für ein Zufall… :)  

Die Fahrt nach San Jose selbst war nur mäßig interessant, auch wenn wir im Gebirge an einigen Felsstürzen vorbeikamen, bei denen man dann doch die Luft anhält und sich Gedanken über den Zustand der Straße macht. Nach etwas über vier Stunden kamen wir in der Hauptstadt an, wo wir erneut im Grano de Oro übernachten. Und weil es beim letzten Mal so gut war, haben wir heute abend auch wieder hier gegessen.

Morgen geht es weiter nach Tortuguero an den Schildkrötenstrand. Wir hoffen, auch dort Internetzugriff zu haben – aber beständige Blogs über die nächsten zwei Tage können wir nicht versprechen. Wir tun unser Bestes :)

Costa Rica V – Vulkan im Nebel

Der Nebel um die Sehenswürdigkeiten der Welt scheint uns zu verfolgen: Wie schon bei den Blue Mountains oder der Golden Gate, zeigt sich auch der Volcan Arenal … nicht!

Für heute hatten wir uns einige Aktivitäten vorgenommen. Zunächst ging Sebastian alleine auf Tour und wagte sich an das Thema Canopy, vulgo: über eine Rolle auf einem Stahlseil über und durch die Baumwipfel des Dschungels rutschen:

„Ich war mit Ecoglide unterwegs, die einen der neuesten Canopy-Parks hier betreiben: 15 Seile, das längste 430 Meter und zwischendrin einen sogenannten Tarzan-Swing. Es hat Spaß gemacht, aber es ist eher eine Fun-Aktivität, als dass man wirklich etwas vom Dschungel mitbekommt. Dazu sind die Rollen auf dem Stahlseil zu laut und man selbst zu sehr damit beschäftigt, sich einigermaßen gerade zu halten und nicht wie ein Kreisel um die eigene Achse zu wirbeln. Die Hanging Bridges bieten einem für diesen Zweck mehr Ruhe und Nähe.

Gut behelmt: Die Guides beim Canopy

Gut behelmt: Die Guides beim Canopy

Der Tarzan-Swing bedeutet, dass man an ein Seil geklinkt wird, dann ungefähr 8-10 Meter nach unten fällt und dann durchschwingt. Wenn das auch nur irgendetwas gebracht hat, dann die Erkenntnis, dass ein Bungee-Jump wohl niemals zu meinem Erfahrungsschatz gehören wird!“

Durch die Baumwipfel

Durch die Baumwipfel

Zudem sollte man beim Canopy auch nur mit der Hand bremsen, die hinter der Rolle ist, sonst läuft man die nächsten Tage mit einem blauen Zeigefinger herum – aber das ist dann tatsächlich dem eigenen Unvermögen geschuldet :)

Für den Nachmittag war ein Hike am Vulkan selbst angesagt. Wir hatten mit unserem Reiseveranstalter gesprochen, um im Anschluss daran noch eine der heißen Quellen zu besuchen, die es hier aufgrund des immer noch aktiven Arenal gibt – aber sämtliche Veränderungen in bereits festgezurrten Modulen verursachen hier größere Konfusion. Am Ende waren wir froh, dass alles zusammenlief, aber es kostet den Tag über einiges an Schweiß und Überzeugungsarbeit, bis es soweit war.

Der Hike ist eine geführte Tour, die rund 2 Stunden dauert. Man wird zunächst per Bus in den Nordwesten des Vulkans gefahren und erhält dann eine ziemlich akkurate Belehrung über Vulkanismus im Allgemeinen und den Arenal im Besonderen. Der Arenal ist erst seit 1968 wieder aktiv, davor schlief er mehr als 500 Jahre ziemlich friedlich vor sich hin. In 1968 aber gab es mehrere große Eruptionen, die insgesamt vermutlich 88 Menschen töteten und über 45.000 Stück Vieh.

Heute ist Arenal noch so ein bisschen aktiv, lässt sehr zähflüssige Lava ab, wirft Steine (aber nicht weit!) und spukt dann und wann eine Aschewolke. Das alles sieht man, wenn man klare Sicht hat.

Schamhaft verhuellt - Volcan Arenal

Schamhaft verhuellt - Volcan Arenal

Hatten wir aber nicht. Wir waren im Gegenteil sogar schon darüber froh, dass wir auf unserem Walk nicht auch noch vom Regen durchnässt wurden, der den ganzen Tag immer mal wieder vom Himmel fiel.

Der Walk führt auf die erkaltete Lava-Moräne von 1968 und es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur diesen Gesteinsfluss wieder zurückerobert hat. Innerhalb der nur 40 Jahre sind doch wieder Bäume gewachsen, die mittlerweile gut 6 bis 10 Meter Höhe erreichen.

Die Natur erobert sich ihren Raum zueruck: Dabei sind Farne...

Die Natur erobert sich ihren Raum zueruck: Dabei sind Farne...

...und Orchideen nur die kleinsten floralen Bewohner

...und Orchideen nur die kleinsten floralen Bewohner

Arenal ist im Vergleich zu etwa den Vulkanen auf Hawai ein anderes Kaliber: Während die Berge dort auf einem geologischen Hot Spot liegen, der nur 25 Kilometer unter der Erdoberfläche sitzt, liegt Arenal in einem eher kalten Gebiet, wo sich zwar zwei Platten übereinanderschieben, die Ernergie jedoch erst in gut 50 Kilometern Tiefe entsteht. Der Unterschied ist ziemlich deutlich: In Hawai ist die Lava sehr dünnflüssig und rinnt in Strömen die Berge hinunter – beim Arenal sind es eher Gerölllawinen, die aus dem Berg kommen. Wir hörten mehrere Felsbrocken die Hänge des Bergs herunterpoltern… auch wenn man es nicht sieht, ist das doch eine beeindruckende Erfahrung. (Und heute Nacht hatte es hier ein maechtiges Gewitter, bei dem man zunaechst nur den Donner hoerte… was einen schon nervoes macht, wenn man nahe an einem aktiven Vulkan wohnt.)

Direkt am Arenal liegt der schon erwähnte Lagos Arenal, ein Stausee, der nach dem Ausbruch über drei zerstörten Dörfern errichtet wurde und mittlerweile 40 (!) Prozent des Strombedarfs Costa Ricas deckt.

Nasses Grab fuer drei Doerfer und einer der Haupt-Stromlieferanten des Landes: Lagos Arenal

Nasses Grab fuer drei Doerfer und einer der Haupt-Stromlieferanten des Landes: Lagos Arenal

Anschließend ging es in eines der Thermalbäder, die hier zu einem Besuch einladen. Wir gingen in die Ecotermales, die pro Besuchssequenz nur 50 Badegäste zulassen. Das Bad war ein echtes Erlebnis: In 5 kaskadenförmig angelegten Becken kann man das bis zu 40° C heiße Wasser genießen, während man dabei einen richtig guten Cocktail trinkt und sich gepflegt mit anderen Reisenden unterhält. Ein wunderbarer Abschluss für den Tag.

Entspanntes Abhaengen in toller Umgebung: Heisse Quellen in LaFortuna

Entspanntes Abhaengen in toller Umgebung: Heisse Quellen in LaFortuna

Zurück im Hotel machten wir nicht lange herum, sondern aßen noch eine Kleinigkeit hier, denn die Restaurants in La Fortuna hatten uns entweder gestern bereits enttäuscht oder machten auch heute keinen wirklich vielversprechenden Eindruck.

Und morgen geht es zunaechst zurueck nach San Jose.

Heute war ein sehr ruhiger Tag und es gibt kaum etwas zu berichten.

Beim Frühstück hatten wir Besuch von einer Horde Weißkopfäffchen, die doch allzugerne ein bisschen mitgegessen hätten, nach dem Motto: “So wie die Touristen das Frühstücksbuffett demolieren, fällt das doch gar nicht auf, wenn wir noch mitmischen…”

Weiskopfäffchen beim Einbruchsversuch

Weißkopfäffchen beim Einbruchsversuch

Doch die Glasscheibe verhinderte größere Verbrüderungsszenen, obwohl uns eine der Mitarbeiterinnen des Hotels erzählte, dass die Äffchen durchaus so gewitzt sind, die Schiebefenster zu öffnen und sich Essbares aus dem Frühstücksraum zu organisieren – wenn gerade mal keine guckt.

Auf dem Rückzug

Auf dem Rückzug

Danach war die Fahrt nach La Fortuna am Fuß des Arenal-Vulkans angesagt. Die Strecke läuft unter dem Titel “Jeep-Boat-Jeep”, weil man zunächst bis an das Lago Arenal fährt, dann mit einem Boot übesetzt und es dann noch mal knapp 20 Minuten mit dem Auto weitergeht.

Die Fahrt führt zunächst noch einmal in Berge und windet sich das zum Teil steil wieder nach unten. Und eigentlich soll man dabei die wunderbare Natur bestaunen, durch die man unterwegs ist. Wir waren allerdings eher damit beschäftigt, unser Frühstück bei uns zu behalten, denn die komplette Strecke ist eine Schotterpiste voller Schlaglöcher und unser Jeep entpuppte sich als etwas altersschwacher Mitsubishi-Van, was aber unseren Fahrer nicht davonb abhielt, im Rallye-Tempo loszubrausen.

Schotterpiste wohin man schaut: auf dem Land...

Schotterpiste wohin man schaut: auf dem Land...

...und in den Dörfern

...und in den Dörfern

Nach einer guten halben Stunde hatten sich unsere Mägen an das Schaukeln gewöhnt und wir konnten uns der Welt außerhalb auch mit der Kamera nähern.

Blick auf die Ausläufer der Nebelberge

Blick auf die Ausläufer der Nebelberge

Bald schon gab es die ersten Blick auf den Vulkan Arenal zu erhaschen und wir näherten uns dem Lago durch eine wundervolle Landschaft, die in den Bergen zwischen steilen Abhängen und dichtem Dschungel wechselte und sich dann immer mehr in hügelige Weideflächen mit reißenden Bächen veränderte.

Erster Blick auf El Arenal

Erster Blick auf El Arenal

Blick über die weiten Weiden

Blick über die weiten Weiden

Schließlich kamen wir am Lago an, setzten mit dem Boot über und erreichten unser sehr schönes Hotel, das mit eines der am nächstem am Vulkan gelegenen ist.

Boat Trip: eine angenehme Fahrt von 45 Minuten über den Stausee am Arenal

Boat Trip: eine angenehme Fahrt von 45 Minuten über den Stausee am Arenal

Hat was von der Golden Gate Bridge: El Arenal im Nebel

Hat was von der Golden Gate Bridge: El Arenal im Nebel

Den Nachmittag verbrachten wir einigermaßen faul am Pool und betrachteten den Arenal, der sich aber schamhaft in Wolken hüllte. Das heutige Abendessen war ebenfalls kein Foto wert (wieder einer LP-Empfehlung, die sich hier in Costa Rica nicht als das Gelbe vom Ei entpuppen), aber die Zigarre auf dem Balkon unserer Lodge versöhnte wieder.

Und morgen werden wir uns den Vulkan dann mal genauer ansehen.

Der Tag begann zu früh, um ausgeschlafen zu sein – einmal abgesehen davon, dass der seit 2 Tagen andauernde Starkwind, der sich gestern Nacht zum Sturm steigerte, uns nicht zur Ruhe kommen lies.

Mit einigermaßen dicken Augen ging es also los in den Selvatura Park, den größten Naturpark hier in der Gegend. Wir hatten eine Tour auf den Hängebrücken gebucht, die zum Teil über den Kronen der Urwaldbäume schweben und von denen man nach unten auf ein undurchdringliches Grün schaut.

Nur für einigermaßen Schwindelfreie - die Hängebrücken im Selvatura Park

Nur für einigermaßen Schwindelfreie - die Hängebrücken im Selvatura Park

Der Morgen war stürmisch, regnerisch und im Urwald auch nebelig (was beim Nebelwald nicht allzusehr verwunderte), doch der zweieinhalbstündige Spaziergang entführte uns in eine unglaublich fruchtbare, unüberschaubar vielfältige und vitale Welt, die wir mit großen Augen durchstreiften. Atemberaubende Ausblicke von den schwankenden Brücken hoch über dem Dach des Waldes wechselten sich ab mit kleinsten Details, etwa den fingerlangen Raupen, die sich ihren Weg durch die Blätter fraßen oder den feingliedrigen Farnen, die immer in den Weg hineinragten.

Der Nebelwald beeindruckte uns mit undurchdringlichem Dickicht...

Der Nebelwald beeindruckte uns mit undurchdringlichem Dickicht...

...feingliedrigen Farnen...

...feingliedrigen Farnen...

...glühenden Blüten...

...glühenden Blüten...

...makellosen Strukturen...

...makellosen Strukturen...

...und verwunschenen Ausblicken

...und verwunschenen Ausblicken

Von einer der Brücken erspähten wir in einer Baumkrone etwas, das beim ersten Hinsehen an einen „schmutzigen Putzlumpen“ erinnerte, sich bei genauerer Betrachtung aber als Drei-Finger-Faultier entpuppte, das seiner Hauptbeschäftigung nachging: Rumhängen.

Gelangweiltes Faultier beim Rumhängen in 20 Metern Höhe

Gelangweiltes Faultier beim Rumhängen in 20 Metern Höhe

Insgesamt acht Brücken, die längste davon über 150 Meter lang, durchziehen den Urwald und man kommt mit dem Staunen zum Teil gar nicht hinterher, denn durch den Walk sieht man sowohl die Welt am Boden als auch die Welt über dem „ersten Dach“ des Regenwalds. Während sich unten der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen abspielt…

Umgestürzter Urwaldriese als neuer Lebensraum

Umgestürzter Urwaldriese als neuer Lebensraum

…herrscht in und über den Wipfeln ein erstaunliches Zusammenspiel der Pflanzen untereinander, aber auch zwischen Pflanzen und Tieren: Orchideen wachsen auf den höchsten Bäumen, Kolibris umschwirren die Blüten, und viele der Urwaldriesen sind Biotope in sich selbst, mit über 20 verschiedenen Pflanzen, die auf ihnen wachsen.

Ausblick über die Wipfel des Nebelwalds

Ausblick über die Wipfel des Nebelwalds

Wir beendeten unseren Rundweg an der Rezeption des Selvatura Parks und überlegten kurz, ob zumindest Sebastian der Versuchung nachgeben sollte, die wir unterwegs gesehen hatten: dem Canopy, also der „Rutschpartie“ am Stahlseil durch die Baumkronen. (@Mareike und Torben: Es sah wirklich spannend aus…) Wir entschieden uns dagegen und machten uns statt dessen auf, den Jardin de Mariposas anzuschauen: den Schmetterlingsgarten.

Im Garten der Schmetterlinge

Im Garten der Schmetterlinge

Diese wunderbare Anlage liegt ein wenig versteckt am Ende einer Seitenstraße einer Seitenstraße einer Seitenstraße und ist, wie die meisten Dinge hier, nur über eine Schotterpiste zu erreichen (wir haben uns zwischenzeitlich gewundert, dass hier überhaupt noch Fahrzeuge mit intakten Achsen herumfahren). In fünf sehr großzügig dimensionierten Volieren werden verschiedene Floren Costa Ricas simuliert und die darin jeweils heimischen Schmetterlinge vorgestellt.

Der blaue Morphos

Der blaue Morphos

Man wandert also durch die Volieren und wird umschwirrt von Blauen Morphos, Eulen, Langflüglern, Glasflüglern etc. Ein bisschen kitschig ist es natürlich, aber der Faszination der flatternden Farbenbracht kann man sich nur schwer entziehen… und in Wirklichkeit will man das ja auch gar nicht, sondern genießt die Friedlichkeit und Ruhe dieses Anblicks.

Und eine unbekannte Schoenheit

Und eine unbekannte Schoenheit

Während der Schmetterlingsgarten etwas „dazwischengeschoben“ war, sah unser Nachmittagsprogramm planmäßig den Besuch einer Kaffeeplantage vor. Dass wir Kaffee-Aficionados hier am richtigen Ort waren, versteht sich.

Costa Ricas Kaffeeindustrie ist im Vergleich zu Kolumbien und Brasilien eher klein: Während das Land rund 8 Millionen Tonnen pro Jahr produziert, sind Kolumbien mit 28 Millionen und Brasilien mit über 30 Millionen in einer anderen Liga unterwegs. Das führte Ende des vergangenen Jahrhunderts zu einem Gesetz, dass den Anbau von Robusta-Bohnen verbot und nur noch den Anbau von Arabica-Bohnen zuließ. Der Grund liegt darin, dass Robustas deutlich höhere Erten bei wesentlich niedrigerer Qualität ermöglichen und Costa Ricas Staatspräsident damals erkannte, dass die hießige Industrie nur dann überleben kann, wenn sie Qualität statt Quantität liefert.Es gibt hier im Land auch keine Großplantagen, sondern der Kaffee wird von kleineren Betrieben oder Zusammenschlüssen angebaut.

Wir besuchten Don Juan Coffee Tours, die auf ihren zwei Plantagen im Jahr rund 30 Tonnen Kaffee produzieren. Und weil in Costa Rica eben nur Arabica angebaut wird und bei der hier verwendeten Art die Reife zwischen Dezember und März stattfindet, d.h.: an einem Baum hängen reife Kirschen neben solchen, die erst einen Monat später reif sind, wird der Kaffee hier noch komplett von Hand gepflückt. Eine Heidenarbeit, die bei Don Juan trotzdem von nur 25 Pflückern geleistet wird.

Wir lernten den Weg des Kaffees vom Spross bis zur aufgebrühten Bohne kennen und waren sowohl von der Führung als auch vom Ergebnis des Anbaus sehr angetan: Selten tranken wir einen milderen aber dennoch würzigeren Kaffee – und noch seltener tranken wir unseren Kaffee mit so großem Genuss schwarz und ohne alles.

Die Bohnen, die die Welt bedeuten: ungeroestet, light roast, medium roast, dark roast

Die Bohnen, die die Welt bedeuten: ungeroestet, light roast, medium roast, dark roast

Für die Daheimgebliebenen ein Trost: Man kann den Kaffee direkt im Internet bei Don Juan bestellen und außerdem haben wir uns natürlich auch eingedeckt…

Unser Guide vor den Schaetzen

Unser Guide vor den Schaetzen

Unsere letzte Aktivität für heute führte uns in den Ranario, den „Frog Pond of Monteverde“, wo wir bereits im Dunkeln an einer Führung durch die ebenfalls großzügigen Terrarien teilnahmen. Mit Taschenlampen sind die Guides den nachtaktiven Fröschen und Kröten auf der Spur, von denen hier 28 Arten gezeigt werden – und damit die wesentlichen für Costa Rica.

Wenn er an der Scheibe gesessen haette, haetten wir auch in ihn hinein sehen koennen - Glasfrosch im Frog Pond

Wenn er an der Scheibe gesessen haette, haetten wir auch in ihn hinein sehen koennen - Glasfrosch im Frog Pond

Natürlich kam der Rot-Augen-Baumfrosch als Höhepunkt zum Schluss, aber auch die Kollegen vorher waren nicht zu verachten. Wir standen erstaunt davor zu sehen, wie winzig manche Arten sind oder wie gewaltig andere.

Nicht Kermit, aber der beruehmteste Frosch Costa Ricas

Nicht Kermit, aber der beruehmteste Frosch Costa Ricas

Ein überschaubares Abendessen in einer Lonely Planet-Empfehlung beendete den Tag: Es war ok, aber so dolle war das Essen nun auch nicht… deshalb dieses Mal keine Beweisfotos.

Morgen geht es sehr früh los und der Weg führt uns zum Vulkan Arenal.

Der heutige Tag stand im Zeichen von Transport und Ausruhen.

Wir frühstückten in unserm Hotel in San Jose und machten uns dann per Shuttlebus auf nach Monteverde bzw. in die Arco Iris Lodge, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen werden. Die dreieinhalb Stunden Fahrt vergingen wie im Flug, denn da wir die einzigen Gäste waren, hatten wir eine sehr intensive Unterhaltung mit Ronald(o), unserem Fahrer, der uns über unsere Reise, über Deutschland und eigentlich über Gott und die Welt ausquetschte.

Die Strecke führte zunächst ein Stück weit über den Highway 1, der Teil der Panamericana ist (Das wäre sicher auch einmal eine Reise: Von Alaska bis Patagonien im Jeep… wir sollte die Planung anstoßen :) ), ging dann auf Nebenstraßen und führte die letzten 35 Kilometer bis Monteverde über eine Schotterpiste. Im Gegensatz zum Weg an den Grand Canyon hat diese Schotterpiste aber auch einen Hintergrund: Monteverde ist ursprünglich eine Quäker-Siedlung und die Bewohner wollten vermeiden, dass zu viele Besucher sich hierhinverirren. So haben sie sich ausbedungen, dass die Straße als Schotterpiste verbleibt. Heute kommt noch der Umweltschutzaspekt hinzu, denn die Strasse ist eine Art „Regulativ“, die verhindert, dass zu viele Touristen Monteverde besuchen, oder dass sich zu viele „Zugereiste“ hier niederlassen.

Zur Abwechslung wieder mal auf Schotter... der Weg nach Monteverde

Zur Abwechslung wieder mal auf Schotter... der Weg nach Monteverde

Unterwegs versorgten wir uns mit frischen Früchten (es ist Mango- und Papaya-Saison in Costa Rica), lernten von Ronaldo ein wenig über das Schulsystem, den Kaffeeanbau, die soziale Struktur und das politische System des Landes kennen und bestaunten die wuchernde Natur, während wir uns über die Piste nach oben schraubten.

Blick von dern Ausläufern der Nebelberge bis an den Pazifk

Blick von dern Ausläufern der Nebelberge bis an den Pazifk

Monteverde selbst ist ein eher langgezogener Ort, der sich dann doch stark auf den Tourismus und den Kaffeeanbau spezialisiert hat. Die Aco Iris Lodge, in der wir nächtigen, wird von einem deutschen Paar geführt, die das Hotel 1994 auf einem Urlaub hier von Einheimischen übernommen haben („ohne zu wissen, auf was sie sich einlassen“, wie sie selbst schreiben). Die Lodges verteilen sich malerisch am Hang und die „Haustiere“ (zwei Pferde, zwei Hunde und ein paar Katzen) sind so eine Art lebendes Inventar.

Uns steckte jedenfalls der Flug aus den USA noch in den Knochen und auch die vergangene Nacht hatte die Müdigkeit noch nicht völlig vertrieben. So fielen wir erst einmal in die Koje und holten noch etwas Schlaf nach.

Danach schauten wir beim Bat Jungle vorbei, einer Art „Zoo“ nur für Fledermäuse, den ein britischer Forscher hier eingerichtet hat. Der Besuch ist sehr spannend, man kann die Tiere in einem großen, dämmerigen Raum beobachten und lernt in der umgebenden Ausstellung einiges über diese beeindruckenden Kreaturen, die bei weitem noch nicht vollständig erforscht sind. Bilder darf man drinnen natürlich nicht machen.

Faszinierend ist, dass es in Costa Rica rund 25 Pflanzenarten gibt, deren Fortbestand rein von der Bestäubung durch Fledermäuse abhängt. Denn es gibt auch einige Arten, die reine Vegetarier sind. Wenn man die Tiere bei der Nahrungsaufnahme beobachtet, fühlt man sich stark an Kolibris erinnert und prompt sahen wir zwei Kolibris bei der Nektarsuche, als wir den Bat Jungle verliesen. Fauna und Flora hier haben uns also schon voll inBeschlag genommen.

Da das Wetter hier eher schlecht ist (es stürmt und regnet gerade / @Mareike: Danke für den Tipp, wir hatten uns schon Pullis etc. eingepackt!) und viele der Ausstellungen und Sehenswürdigkeiten Sonntags früh schließen, nahmen wir ein Early Dinner in Sophias Restaurant ein. Betrieben wird es von einer Amerikanerin, die Küche ist Tica-Food mit europäischen Einflüssen.

Wir aßen eine Enyucado mit Käsefüllung und einer Tomaten-Ceviche, die ein sehr interessantes Aroma hatte, das wir so noch nicht geschmeckt haben: Die Enyucado, die eigentlich ja ein Kartoffelball mit entweder Fleisch- oder Käsefüllung ist, war mit einer Gewürzkruste versehen, die an aromatischen Holzfeuer-Rauch erinnerte. Wir sind noch nicht ganz schlüssig, was das Gewürz war… but we’ll find out.

Enyucados

Außerdem nahmen wir eine Suppe aus schwarzen Bohnen, was ein typisches Gericht hier ist.

Black pea soup

Als Hauptgänge gab es Chimichanga de Maris, eine Art gebackene Tortilla mit Kartoffel-, Shrimp- und Seebrasse-Füllung auf einem großen (und leckeren!) Haufen Guacamole…

Chimichanga

…und Camarones von Mango, Kingprawns mit grüner Mango, die mit Kartoffeln und einer Mango-Kokos-Curry-Soße serviert wurden.

Camarones

Zum Abschluss einen Kaffee aus der Region, dessen Anbau und Veredelung wir uns morgen ansehen werden.

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